Basler Trinkwasser bei Atomunfall gefährdet

Eine neue Studie des TRAS - trinationaler Atomschutzverband - zeigt, dass die Trinkwasserversorgung im Fall eines Unfalls bei einem Atomkraftwerk gefährdet wäre. Die Trinkwasserentnahme müsste innert kürzester Zeit eingestellt werden.

Blick in den Hardwald bei Muttenz auf die Trinkwasserfassung

Bildlegende: Die Trinkwasserfassung im Hardwald bei Muttenz wäre von einem Kernkraftwerkunfall betroffen. Keystone

Dass Atomkraftwerke gefährlich sind, ist bekannt. Bis jetzt ist man aber immer davon ausgegangen, dass die schädlichen Schadstoffe über die Luft transportiert werden. Eine neue Studie, die der trinationale Atomschutzverband TRAS in Auftrag gegeben hat, untersucht erstmals die Auswirkungen eines atomaren Unfalls auf das Trinkwasser.

Die Studie zeigt auf, dass bei einem schweren Unfall im Kraftwerk Beznau, das verseuchte Wasser innert einer Stunde in Aarau und im Laufe eines Tages in Basel wäre. Für Basel hätte eine Verseuchung weitreichende Konsequenzen.

Mehrere Monate kein Trinkwasser

Basels Trinkwasser kommt aus der Langen Erlen und aus dem Hardwald bei Muttenz. Diese beiden Gebiete werden mit Wasser aus dem Rhein gespiesen. Bei einem atomaren Unglück müsste die Trinkwasserentnahme für mehrere Monate eingestellt werden. Jürg Stöcklin, Präsident des TRAS rechnet sogar mit einem Versorgungsengpass für die Region.

Zusätzliche Auffangbecken

Auf Basis dieser Studie fordert TRAS die Umsetzung mehrere Massnahmen. Eine Forderung richtet sich an die AKW-Betreiber. Laut TRAS sollen AKWs verpflichtet werden Auffangbecken zu erstellen, damit das verseuchte Wasser aufgefangen wird und nicht direkt in das öffentliche Fliessgewässer fliesst.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)