Basler Unispital bekämpft Fachkräftemangel mit höheren Löhnen

Weil auf der Intensiv-Station Pflegefachkräfte fehlten, lockte das Unispital neues Personal mit attraktiven Löhnen. Dies verärgert nun jene Pflegekräfte, die bereits länger am Spital arbeiten und bisher keine Lohnerhöhung erhalten haben.

Person in Krankenbett, an Geräte angeschlossen

Bildlegende: Die Betreuung der Patienten auf der operativen Intensiv-Station ist anspruchsvoll und komplex. Keystone

«Wir haben den Spielraum bei der Stufeneinteilung ausgenutzt», erklärt Martin Jordan, Mediensprecher des Basler Universitätsspitals, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Dies bedeutet, dass der Einstiegslohn für Pflegende auf der Intensivstation angehoben wurde. Ein Anreiz, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, der aber das bestehende Personal verärgert. In einem Brief haben sich betroffene Pflegefachleute an die Personalkommission des Spitals gewandt.

Und auch die Gewerkschaft VPOD kritisiert die Massnahme. Isabelle Stocker, Ko-Präsidentin des VPOD Region Basel: «Es gilt immer noch öffentliches Recht und der Grundsatz des Gleichbehandlungsgebots. Und das muss berücksichtigt werden.» Seitens des Spitals hingegen wird betont, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten würden. «Das Unispital kennt diesen Spielraum bei der Stufeneinteilung schon lange, das ist nicht neu», so Martin Jordan. Es sei die einzige Möglichkeit gewesen, um das dringend benötigte Personal auf der Intensiv-Pflege-Station zu finden.

Dennoch könne es nicht sein, dass man auf die neuen Mitarbeitenden fokussiere. «Man muss viel investieren, damit auch die langjährigen Mitarbeitenden bleiben möchten. Deren Erfahrung ist unbezahlbar», so Stocker. Es wäre gravierend, wenn diese wegen des Lohns ihre Stelle künden würden.