Basler Unispital muss wegen Sparpaket den Tarif erhöhen

Der Kanton Basel-Stadt streicht dem Universitätsspital 17 Millionen Franken. Deshalb muss dass Spital mehr Geld einnehmen. Ein Patient soll künftig durchschnittlich fünf Prozent mehr für einen Aufenthalt am Universitätsspital zahlen.

Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals.

Bildlegende: Der Kanton Basel-Stadt will beim Universitätsspital sparen. Juri Weiss

Spitaldirektor Werner Kübler bedauert, dass die Tarife steigen. Er ist aber überzeugt, dass kein Weg an dieser Massnahme vorbeiführe. Im Spital gebe es kein Sparpotenzial mehr. «Wir hatten im vergangenen Jahr ein gewaltiges Wachstum. Unsere Mitarbeiter mussten daher enorm viel Leistung bringen. Und es ist für uns alle klar, dass wir uns jetzt nicht noch zusätzlich ins Fleisch schneiden können.»

Ab dem kommenden Jahr fehlen dem Universitätsspital 17 Millionen Franken. Dies jedenfalls sieht das Sparpaket des Kantons vor. Bislang erhielt das Spital diesen Betrag, um jene Kosten zu decken, die nicht direkt mit der Behandlung der Patienten zu tun haben für so genannte Gemeinwirtschaftliche Leistungen. Dabei ging es zum Beispiel darum, das Unispital für seine Leistungen in Lehre und Forschung zu entschädigen.

Es muss mit Widerstand der Krankenkassen gerechnet werden

Um die in Zukunft fehlenden 17 Millionen Franken ersetzen zu können, müsse das Universitätsspital darum nun die Tarife erhöhen, sagt Spitaldirektor Werner Kübler. Das heisst: Das Spital wälzt die Sparvorgabe des Kantons direkt auf die Prämienzahler ab. Werner Kübler rechnet damit, dass diese Massnahme bei den Krankenkassen auf wenig Gegenliebe stösst. «Das gibt vermutlich die härtesten Verhandlungen seit Jahren.»

Unabhängig davon, ob die Krankenkassen den Preisaufschlag goutieren, dürften die höheren Tarife aber noch für Diskussionen sorgen. In Basel-Stadt spüren die Prämienzahler zwar nichts davon, weil der Kanton die Differenz zum heutigen Tarif ausgleicht. Für Baselbieter Patienten aber schlagen die teureren Behandlungen auf die Krankenkassenprämien durch. Und auch der Kanton Baselland wird zur Kasse gebeten, weil der Kanton an jeden Spitalaufenthalt etwas mehr als die Hälfte zahlt.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)