Baustelle in der Basler Klybeckstrasse bedroht Läden

Seit 6 Wochen wird in der Klybeckstrasse gebaut, die Tramschienen müssen erneuert werden. In dieser Zeit fahren kein Tram und nur wenige Autos. Einige Geschäfte geniessen die Verkehrsberuhigung, für andere wird die Baustelle zum Verhängnis.

Seit neunzehn Jahren steht Kurt Gasser in seinem Kiosk an der Klybeckstrasse, jetzt denkt er ans Aufhören: «Ich musste bereits meine beiden Mitarbeiter entlassen und bin froh wenn die Ausgaben gedeckt sind.» Um 50 % sei der Umsatz eingebrochen seit in der Klybeckstrasse gebaut wird.

Wegen der Baustelle bleibe die Laufkundschaft aus, sagt Gasser. «Aber auch meine Stammkunden kommen weniger. Es ist existenzbedrohend.» Er habe auch schon bei der Stadt um Unterstützung gebeten. Diese würde ihn aber nur unterstützen, wenn die Baustelle mindestens ein Jahr dauert. Sie dauert aber nur drei Monate. Gasser wirkt verzweifelt, fürs Foto ringt er sich dennoch ein Lächeln ab.

Auch Mutalip Karahan, der an der Klybeckstrasse vegetarischen Fast Food verkauft, spürt einen Rückgang der Gäste: «Im Normalfall haben wir alle 10 Minuten einen Kunden, jetzt kommt manchmal eine Stunde lang niemand». Karahan muss kürzer treten und denkt daran, Mitarbeiter zu entlassen. Auch bei ihm sei der Umsatz stark zurückgegangen.

«  Es ist schön friedlich »

Seraina Kraushaar
arbeitet im K-Pony

Doch es gibt auch Geschäfte, die von der Baustelle profitieren. Der Coiffeursalon K-Pony, der auf seine Stammkunden zählen kann, ist gut besucht. Die Ladentür steht offen, es ist «richtig friedlich», sagt die Hairstylistin Seraina Kraushaar. «Weil das Tram nicht fährt ist es schön ruhig hier, wir geniessen es richtig.» Die Baustelle an der Klybeckstrasse bringt also nicht nur wirtschaftliche Sorgen, sondern macht einige auch glücklich.

Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr