Bedeutende Kunstsammlung zieht von Schaffhausen nach Basel

Das Kunstsammler-Ehepaar Urs und Christel Raussmüller verlegt seine Tätigkeit bald ans Dreiländereck, bis jetzt von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt.

Kunstsammler Urs Raussmüller besitzt ein Schaulager in einem Lagergebäude bei der Kehrrichtverbrennungsanlage.

Bildlegende: Kunstsammler Urs Raussmüller besitzt ein Schaulager in einem Lagergebäude bei der Kehrrichtverbrennungsanlage. zVg

30 Jahre lang haben sie Kunstfreunde in grosser Zahl nach Schaffhausen gebracht: die «Hallen für Neue Kunst». Betrieben werden sie vom Ehepaar Christel und Urs Raussmüller aus Zürich. Nun zieht das Kunst-Paar einen Schlusstrich unter das Schaffhauser Engagement: per Ende 2014 sollen die Hallen von Schaffhausen nach Basel verlegt werden.

In Basel haben die Raussmüllers seit über 15 Jahren ein Standbein, allerdings eines, das von der Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen wird: im St. Johann, bei der Kehrichtverbrennungsanlage gibt es eine alte Lagerhalle, die schon länger zu einem Kunst-Schwerpunkt umgewandelt wurde.

Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Hallen dort angesiedelt werden. Die Raussmüllers nehmen allerdings zurzeit nur schriftlich auf ihrer eigenen Internet-Seite dazu Stellung. Dort sagen sie unter anderem, dass die Sammlung - anders als in Schaffhausen - zumindest anfänglich «nur im Rahmen spezifischer Veranstaltungen» für das Publikum zugänglich seien. Über diese Bedingungen sei man informiert gewesen, sagt Philippe Bischof, Kulturchef des Kantons Basel-Stadt: «Wir hoffen aber trotzdem, dass die Sammlung dann auch einmal einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich sein wird.»

Beuys bleibt in Schaffhausen

Ein Werk allerdings wird den Umzug nicht mitmachen: «Das Kapital Raum 1970-1977» des verstorbenen deutschen Künstlers Joseph Beuys. Dieses Werk, weswegen die Hallen vor 30 Jahren überhaupt gegründet wurden, gehört nach einem Gerichtsurteil von Anfang 2014 verschiedenen Sammlern und nicht dem Ehepaar Raussmüller. Möglicherweise ist es das einzige Werk aus der bisherigen Sammlung, das in Schaffhausen noch gezeigt werden kann. Für Philippe Bischof ist das eine Tatsache, an dernicht zu rütteln ist: «Immerhin haben wir in Basel ja sonst einige Werke dieses grossen Künstlers, da fällt es uns nicht ganz so schwer, dieses Urteil zu akzeptieren.»