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Behindertenheim in Baselland Kanton prüft Vorgänge in der Werkstube Aesch

Nachdem Mitarbeitende schwere Vorwürfe gegen die Heimleitung erhoben hatten, schalten sich nun die Aufsichtsbehörden ein.

Vier ehemalige Mitarbeitende haben am Montag im Regionaljournal grobe Missstände in der Werkstube Aesch, einem Heim für Menschen mit geistiger Behinderung, angeprangert. Sie kritisierten unter anderem die «diktatorische» Heimleitung, welche Mitarbeitende gegeneinander ausspiele und ein schlechtes Arbeitsklima schaffe, weshalb es seit Monaten zu auffällig vielen Personalwechsel komme. Aufgrund dieser hohen Fluktuation sei für die Bewohner der Werkstube keine adäquate Betreuung gewährleistet.

Robert Ziegler, Präsident von Insieme Baselland, einem Verein der sich für die Interessen von Menschen mit einer geistigen Behinderung einsetzt, sagt, dass gerade Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung in der Pflege auf Konstanz angewiesen seien. «Wenn immer wieder Wechsel stattfinden, beeinträchtigt dies ihre Lebensqualität ganz wesentlich.» Wenn die von den Mitarbeitenden genannte Zahl von 45 Personalwechseln in den letzten drei Jahren zutrifft, deute dies auf ein schlechtes Betriebsklima hin.

Dass, wie im Regionaljournal beschrieben, Lehrtöchter manchmal alleine in der Werkstube und zudem teilweise für die Medikation von Bewohnern zuständig waren, sei völlig unüblich, sagt Robert Ziegler von Insieme. Stefan Hütten, Co-Leiter des Baselbieter Amtes für Kind, Jugend und Behindertenangebote, dem Aufsichtsorgan über Behindertenheime im Kanton, betont, dass für Lernende immer eine Fachperson erreichbar sein müsse. Es dürfe nicht sein, dass eine Lehrtochter alleine im Haus ist und erst recht nicht dürfe diese für die Medikamente der Bewohnenden verantwortlich sein. Dies sei klar geregelt.

In der Zwischenzeit hat das zuständige Amt mit der Stiftung Adulta, die hinter der Werkstube in Aesch steht, Kontakt aufgenommen. Die vorgebrachten Vorwürfe würde man sehr ernst nehmen und genau hinschauen, versichert Hütten. Die Stiftung würde eng beim Aufarbeitungsprozess begleitet, insbesondere würden die Ergebnisse der externen Analyse überprüft, welche die Stiftung nun in Auftrag gegeben hat.

Ebenfalls mit der Stiftung Adulta in Kontakt treten wird die Stiftungsaufsicht beider Basel. Geschäftsleiterin Christina Ruggli sagt, dass die öffentlich geäusserten Vorwürfe von ehemaligen Mitarbeitenden eine «erhöhte Überwachung» zur Folge hätten. Über mögliche weitere Schritt wollte sie aus Gründen des Amtsgeheimnisses keine Auskunft geben.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Werkstube ist zu wünschen, dass sie die Situation in ihrem Zuhause bald beruhigt. Für die vier Mitarbeitenden, welche das Ganze ausgelöst haben, wird die Aufarbeitung indes nichts mehr ändern. Sie alle haben die Werkstube in den letzten drei Monaten freiwillig verlassen, wurden freigestellt oder entlassen.

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