Bernasconi kritisiert Engelberger

Im Wahlkampf um den Basler Regierungssitz kommt es zu einer ersten offene Auseinandersetzung. Martina Bernasconi (GLP) wirft Lukas Engelberger (CVP) vor, nicht genügend Distanz zur Pharmaindustrie zu haben. Engelberger spricht von haltlosen Vorwürfen und «billigen Vorurteilen».

Portrait Martina Bernasconi und Lukas Engelberger

Bildlegende: Martina Bernasconi glaubt nicht an die Unabhängigkeit von Lukas Engelberger. srf

Ausgangspunkt des Streites ist eine Aussage, die Lukas Engelberger vor vier Wochen im «Regionaljournal Basel» von Radio SRF gemacht hatte. Er bestätigte, dass er von seinem Arbeitgeber «Roche» im Umfang von «zirka 50 Prozent» für den Wahlkampf freigestellt würde.

Er ist nicht unabhängig

Regierungsratskandidatin Martina Bernasconi findet dies inakzeptabel: «Ich stelle die Unabhängigkeit von Lukas Engelberger gegenüber der Pharmabranche in Frage. Ich finde es fragwürdig, wenn man als Regierungsrat mit Hilfe der Pharmaindustrie gewählt wird.»

«Ich bin unabhängig»

Lukas Engelberger kontert die Vorwürfe: «Es gehört zum Milizsystem, dass ein Wechsel von der Wirtschaft in ein Regierungsamt möglich ist und ich kann diese Funktionen trennen. Ich bin unabhängig und würde ein Regierungsamt im Interesse Aller ausüben.»

Gehässigkeiten

Lukas Engelberger kritisiert den Angriff von Martina Bernasconi als «bösartige Unterstellung» und macht eine spitze Bemerkung zum Beruf von Martina Bernasconi: «Als Philosophin sollte sie es nicht nötig haben, mit billigen Vorurteilen zu arbeiten»

Martina Bernasconi ihrerseits fordert das Recht ein, in Basel kritische Fragen zur Verbindung zwischen der Pharma und der Politik stellen zu dürfen. «Ich finde es deplatziert, wenn Lukas Engelberger in diesem Zusammenhang das Wort «schäbig» verwendet.»