Berner Nachtleben-Konzept könnte Vorbild für Basel sein

In Basel müssen dieses Jahr mehrere Clubs schliessen, weil ihre Mietverträge auslaufen. Nun werden Stimmen laut, die mehr Unterstützung der Politik für das Nachtleben fordern. Derweil hat man in Bern bereits Erfahrungen gesammelt mit einem neuen Konzept.

Zwei jungen Frauen tanzen auf einer Tanzfläche, ein junger Mann schaut ihnen lachend zu. Es hat farbige Lichter und im Hintergrund sieht man noch andere Menschen.

Bildlegende: Orte zum Tanzen werden in Basel künftig rarer. Keystone

Seit knapp zwei Jahren hat die Stadt Bern ein «Konzept Nachtleben». Auslöser waren heftige Diskussionen darüber, wie das Nachtleben in Bern künftig aussehen sollte, diese waren entbrannt, nachdem mehrere Ausgehlokale auf Druck von Anwohnern schliessen mussten.

Manuel C. Widmer, Berner Stadtrat für die Grüne Freie Liste, hat die Initiative mitgeprägt. «Nun haben wir ein Konzept mit 18 Massnahmen für ein attraktives Nachtleben in Bern. Einige wurden sofort umgesetzt, andere sind längerfristig geplant.»

Auch in Basel werden nun Stimmen laut, die ein solches «Konzept Nachtleben» nach Berner Vorbild fordern. Die Jungliberalen wollen zudem sogenannte Ausgangszonen mit höherer Lärmtoleranz. Solche offiziellen Ausgangszonen gibt es in Bern allerdings nicht: «Wir wollen auch gar keine Ghettoisierung des Nachtlebens», so Adrian Iten, Präsident der Berner Bar- und Clubkommission.

«Bisher schielten wir nach Basel»

Auch Adrian Iten hat am «Konzept Nachtleben» mitgearbeitet und die Anliegen der alternativen Clubszene Berns vertreten. Dass nun ausgerechnet Bern in Basel als Vorbild in Sachen Nachtleben gilt, amüsiert Iten: «Bisher haben wir Berner eigentlich immer neidisch nach Basel geschaut.» Das «Konzept Nachtleben» sei gut und recht, so Iten, trotzdem sei die Berner Ausgehsituation noch lange nicht da, wo er sie gerne sähe. Iten lobt aber, dass dank dem «Konzept Nachtleben» endlich alle Akteure an einen Tisch sassen. «Das ist politisch ein starkes Signal für ein attraktives Nachtleben.»

Lobby für die Nachtschwärmer

Dies erhoffen sich nun auch verschiedene Jungparteien in Basel: Dass eine Lobby entsteht für die Leute, die am Wochenende lieber tanzen als schlafen. Das Berner Konzept könnte dabei helfen. Das drängendste Problem der Clubbesitzer, die nun ihre Lokale schliessen müssen, löst dies aber auch nicht: In absehbarer Zukunft finden sie keine neuen Orte, um wieder zu eröffnen.

(Regionaljournal Basel; 17:30 Uhr)