Besetzung stösst im Gellert-Quartier auf Verständnis

An der Hardstrasse in Basel wurden am Montag kurzzeitig drei leerstehende Häuser besetzt. Diese Aktion sorgt im Quartier aber nicht etwa für Ärger, sondern für Verständnis: Auch die Bewohnerinnen und Bewohner wünschen sich, dass bei den drei Häusern etwas passiert.

Sie sei überrascht, dass die Häuser an der Hardstrasse nicht schon früher besetzt wurden, sagt die Präsidentin des Quartiervereins St. Alban-Gellert, Beata Wackernagel. «Diese Häuser stehen schon seit 10 Jahren leer und gelten als Schandfleck im Quartier», sagt sie kopfschüttelnd.

Deswegen hätten die Leute im Quartier auch ein gewisses Verständnis für die Besetzung: «So passiert wenigstens mal etwas». Auch der Quartierverein habe schon versucht, mit der Besitzerin, einer Basler Baufirma, zu verhandeln. Der Kontakt sei aber abgebrochen.

Kuchen statt Schelte

Da die Besitzerin noch am gleichen Tag der Besetzung Strafanzeige einreichte, stellte die Polizei den jungen Besetzern ein Ultimatum. Sie verliessen daraufhin die Häuser nach nur wenigen Stunden. Die Quartierbewohner hätten mit den Besetzern Kontakt aufnehmen wollen und ihnen sogar Kuchen vorbeigebracht. «Leider war die Besetzung da schon vorbei», sagt Wackernagel.

Sie hoffe, dass die Aktion nun etwas Bewegung in die Verhandlungen bringt: «Diese Häuser einfach verrotten zu lassen, ist wirklich schade. Hier könnten Leute wohnen oder neuer Wohnraum entstehen.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)