«Bin doch kein Trottel» - Seniorin vereitelt Enkeltrick

Eine Bewohnerin des Alterszentrum Wiesendamm wurde Ziel eines Enkeltrickbetrügers. Da sie jedoch die List durchschaute, las sie dem Anrufer noch am Telefon die Leviten. Im Nachhinein bereut sie ihr Vorgehen: Viel lieber hätte sie den Betrüger der Polizei ausgeliefert.

Frau xx in ihrem Zimmer im Alternsheim

Bildlegende: «Ich bin kein weichherziger Trottel, den man um den Finger wickeln kann». Eine Seniorin durchschaute einen Enkeltrick. SRF

Betrugsversuche kommen im Kanton Basel-Landschaft fast wöchentlich vor. Das bestätigte Meinrad Stöcklin, Mediensprecher der Basellandschaftlichen Kantonspolizei, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Die Drahtzieher würden im Osten, hauptsächlich in Polen, operieren.

Nicht immer sind solche Betrugsversuche erfolgreich, wie ein Beispiel einer Seniorin zeigt.

Ein «harmloser» Telefonanruf

Der Anruf kam an einem Morgen. Ein unbekannter Mann fragte die Seniorin am Telefon, ob sie ihn denn nicht an der Stimme erkennen könne. Tatsächlich erinnerte sie der Tonfall an jenen eines Freundes in Belgien.

Trick durchschaut

«Sie können es nicht sein», erwiderte die ältere Frau. Ihr Freund Daniel befinde sich seit längerer Zeit in Spitalpflege. Der unbekannte Anrufer beharrte jedoch darauf, Daniel zu sein und sagte, dass er einen Tag in Basel weilen würde. Er sei bei einem Notar und brauche dringend 38'000 Franken, da er sonst sein Haus verlieren würde.

Die Seniorin durchschaute die Situation und massregelte den Betrüger am Telefon: «Schämen Sie sich!». Im Nachhinein nervte sich die Seniorin über ihr Verhalten: Sie hätte ihn lieber direkt der Polizei überführt.

Informationen aus Gespräch

Der Trick sei einfach zu durchschauen gewesen, meint die alte Frau heute. Ihre Telefonnummer sei im Telefonbuch frei zugänglich. Im Gespräch kam dann die Frage:« Kennst du mich?» Auch sie fiel anfänglich auf das Spiel herein und antwortete: «Bist du es Daniel?» Und schon kannte der Betrüger den Namen eines Freundes von ihr.