Blaggedde-Verkäufer im Basler Bahnhof müssen stumm bleiben

An kaum einem anderen Ort in Basel kaufen derart viele Leute ihre Fasnachts-Blaggedde wie am Bahnhof. Die SBB verbieten nun aber den Plakettenverkäuferinnen und -verkäufern, ihre Plaketten anzupreisen.

Eine Frau hält eine Basler «Fasnachts-Blagedde» beim Bahnhofseingang.

Bildlegende: Brigitta Karrer würde ihre «Blaggedden» gerne auch weiter im Bahnhof anpreisen. SRF

Im Januar strömen sie aus und preisen ihr Gut lautstark an: die Blaggedde-Verkäufer. Im Basler Bahnhof ist es derzeit jedoch ungewöhnlich ruhig. Es werden zwar Blaggedde verkauft, aber die Verkäufer sind stumm. Der Grund: Die SBB haben den Verkäufern schriftlich mitgeteilt, sie dürften die Blaggedde nicht mehr lautstark anpreisen.

Brigitta Karrer verkauft schon seit sieben Jahren Plaketten im Bahnhof und stört sich ab dem Verbot: «Wir können nicht mal mehr zeigen, wie sehr wir uns auf die Fasnacht freuen.» Karrer sagt zudem, sie spüre das Verbot auch im Portemonnaie. «Die Leute bemerken uns weniger als früher und viele finden es auch seltsam, dass wir die Blaggedde quasi stumm verkaufen», sagt Brigitta Karrer, die für die Wagenclique «Dänggwäärzli» Plaketten verkauft.

Schreiben der SBB an die Blaggedde-Verkäufer.

Bildlegende: Schreiben der SBB an die Blaggedde-Verkäufer. zVg

Die SBB geben zu ihrem Verbot nur wortkarg Auskunft - und stehen für ein Radiointerview nicht zur Verfügung. Die SBB betonen, dass sie die Fasnacht als grosse Tradition berücksichtigen und deshalb den Verkauf im Bahnhof erlauben würden. Allerdings erwarte man, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer die SBB-Hausregeln beachten, und dazu zähle auch, dass man die Plaketten nicht anpreise. Daran würden sich nämlich etliche Zug-Reisende stören.

Als weniger störend beurteilen die SBB offenbar verschiedene Werbe-Aktionen im Bahnhof wie etwa für Getränke oder Tomaten-Saucen. Der Unterschied dabei: Solch kommerzielle Aktionen spülen der SBB viel Geld in die Kasse.