Bruno-Manser-Stück ist mehr Vorlesung als Theater

Seit 2000 gilt der Basler Umweltaktivist Bruno Manser als verschollen. Er kämpfte in Malaysia für die Erhaltung des Regenwaldes und die Rechte der indigenen Völker. Sein Leben kommt nun im Theater Roxy in Birsfelden auf die Bühne. Es wird allerdings mehr doziert als gespielt.

«Bruno Manser - Kunst der Bedürfnislosigkeit», so heisst der Theaterabend. Regisseur Kaspar Geiger und Dramaturgin Renata Burckhardt haben zum bekannten Basler Umweltaktivisten ein Stück geschrieben und inszeniert. Die Bühne ist das ehemalige Arbeitszimmer von Manser, vollgestellt mit Archivkisten und Zimmerpflanzen. Dazwischen bewegen sich Schauspielerin Annina Polivka und Martin Vosseler, ein langjähriger Weggefährte von Bruno Manser.

Polivika übernimmt die Rolle der jungen Fragestellerin, Vosseler erzählt aus dem bewegten Leben von Bruno Manser. Man kommt an vielen Lebensstationen vorbei: Bruno Manser, wie er bereits als 14-Jähriger Autoritäten in Frage stellt, Bruno Manser mit seinem spektakulären Fallschirmabsprung in Malaysia, Bruno Manser, der einsame Kämpfer.

Die Rollenverteilung zwischen der jungen Schauspielerin und dem alten Freund ist eindeutig und lässt wenig Platz für Überraschungen. Martin Vosseler doziert sein Wissen, der Schauspielerin bleibt meist die Rolle der staunenden Beobachterin und Stichwortlieferantin.

Heiligsprechung

Das Stück ist eine Hommage an einen beeindruckenden Mann. Der Tonfall ist aber häufig andächtig und lässt keinen Platz für die Ambivalenzen und Abgründe des radikalen Kämpfers Manser. Aus der Hommage wird eine Heiligsprechung.