Baselbieter Landrat Buslinien in der Agglomeration bleiben verschont

Der Aufschrei war gross. Anfang März präsentierte die Bau- und Planungskommission des Landrats Sparideen für den ÖV. Demnach sollten nicht nur bei Linien im oberen, ländlichen Kantonsteil ausgedünnt werden, sondern auch in der Agglomeration. Im Landrat dürfte diese Idee keine Chance haben.

Busse in Sissach

Bildlegende: Die Buslinien im oberen Baselbiet seien teilweise zu schlecht ausgelastet, sagt die Baselbieter Regierung. zvg/BLT

Am Donnerstag debattiert der Landrat über den 8. Generellen Leistungsauftrag, mit dem der Kanton sein ÖV-Angebot definiert. Den Zorn der Gemeinden im unteren Baselbiet auf sich gezogen hatte die Bau- und Planungskommission, die das Geschäft vorberaten hatte. Grund: Auch als «Akt der interkantonalen Solidarität» sollen die Fahrpläne auf den Buslinien 47 sowie 60 bis 65 ausgedünnt werden.

Über die Sparpläne waren die betroffenen Gemeinden jedoch nicht informiert. Deshalb werde die FDP heute gegen die Abbaupläne im unteren Baselbiet stimmen, sagt FDP-Fraktionschef Rolf Richterich. «Wir sind nicht dagegen, dass man unrentable Strecken überprüft», betont der Laufentaler. Man habe jedoch Bedenken, dass die Gemeinden den Entscheid mit einer Beschwerde bekämpfen können.

Auch SVP mehrheitlich dagegen

Diese Bedenken hat auch SVP-Präsident Oskar Kämpfer. Seine Partei werde grossmehrheitlich gegen die Sparpläne im Unteren Baselbiet stimmen, so Kämpfer. Die Partei trete jedoch nicht geschlossen auf. Weil neben FDP und SVP auch die Linke gegen Kürzungen im ÖV stimmt, sind die Sparideen der Kommission auf den Buslinien im unteren Kantonsteil vom Tisch.

Nicht vom Tisch ist dagegen die Umstellung der S-Bahnlinie 9, dem «Läufelfingerli» auf Busbetrieb. Auch dies ist Teil des 8. Generellen Leistungsauftrags und Thema an der Landratssitzung am Donnerstag.