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Basel Baselland Cannabis: Sorgenkind der Basler Drogenpolitik

Basel-Stadt nahm bei der Suchtpolitik vielmals eine Pionierrolle ein und war sehr fortschrittlich. Doch beim Cannabis fehlt eine Strategie. Sind sogenannte Cannabis-Clubs die Lösung?

Joint wird von der einen Hand in die andere gereicht
Legende: Ein Joint dreht die Runde - auch in Basel keine Seltenheit. Keystone

«Das Cannabis-Problem wird eine der zentralen Herausforderungen der Schweizer Suchtpolitik sein», sagt Gerhard Wiesbeck, Leitender Arzt, Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK). Man habe schweizweit bisher keine griffige Lösung gefunden.

Auch Basel-Stadt ringt um eine Strategie und dies obwohl der Kanton in anderen Bereichen, etwa beim Heroin-Konsum, eine eigentliche Vorreiter-Rolle gespielt hat.

So stimmte Basel-Stadt 1995 einem Kredit von über einer Million Franken für die Abgabe von Heroin zu. Zudem wurde in Basel das bekannte und viel kopierte Vier-Säulen-Modell entwickelt.

Legalisierung: ja oder nein?

Dass Basel beim Cannabis-Konsum weniger fortschrittlich ist, erklärt Gerhard Wiesbeck damit, dass unterschiedlich priorisiert worden sei. «Man hat sich erst den dringendsten Problemen angenommen. Die Heroin-Problematik war in den 70er- und 80er-Jahren zusammen mit der HIV-Diskussion sehr akut. Nun, da man dieses Problem im Griff hat, kommen die anderen Probleme», sagt er gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Das Stichwort, das im Moment die Cannabis-Debatte dominiert ist die Legalisierung. Soll Cannabis legal werden oder weiterhin verboten bleiben? Wichtig sei vor allem die Diskussion, so Gerhard Wiesbeck. Zum Vorschlag, dass Cannabis in geschlossenen Clubs zugänglich sein soll - diese Idee wird momentan in Genf diskutiert - will sich Gerhard Wiesbeck nicht äussern. «Tatsache ist aber, dass die Verbotspolitik, wie sie derzeit praktiziert wird, von den Erfolgen her fraglich ist.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Isidor Kägi, St. Gallen
    Spinnt ihr? Wenn Cannabis legalisiert wird, dann würden die Dealer und die Mafia ja um ihr Geschäft kommen und die Pharmaindustrie würde viel Geld verlieren, weil eine Menge Medikamente durch Hanf überflüssig würden. Das könnt ihr doch nicht wirklich wollen, zumal die Profiteure der Cannabis-Prohibition ihr Geld auf unseren Banken lagern. Wegen einigen Tausend Kiffern und schwerstkranken Menschen darf ein Verbot von Hanf nicht angetastet werden! Schützt unsere Wirtschaft durch Prohibition!
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Der Mann sagt es: die Verbotspolitik ist äusserst fraglich. Vor allem aber, sie bringt nichts. Trotz Verbot konsumieren in den Städten und Agglomerationen sehr Viele. Soll man diese nun einfach als Straftäter abstempeln? Ich betone nochmals, die "zivilisierten" Konsumenten lassen sich nicht mit den rumhängenden Modekonsumenten und Abstürzler in einen Topf werfen. Genau wie hier gibt es ja auch beim Alk genügend negative Beispiele, die aber nicht in einer Verbotswelle enden.
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