Chus Martínez: «Ich bin wie eine Biene»

Die Spanierin leitet seit April 2014 das Kunst-Institut der Basler Hochschule für Gestaltung und Kunst HGK. Chus Martínez ist eine international renommierte Kuratorin und war unter anderem für die letzte Documenta in Kassel verantwortlich.

Chus Martínez schaut in einer Richtung und gestikuliert. Im Vordergrund sieht man teils unscharf eine Kunst-Installation. Das Bild ist schwarz-weiss.

Bildlegende: Chus Martínez, Leiterin des Kunst-Instituts der HGK, ist von der Basler Kunstszene begeistert. zVg

Dass drei Kunst-Studierende der HGK bei einer Installation an der diesjährigen Art mitarbeiten, hat im Vorfeld der Messe für Kritik gesorgt. Angehende Künstler sollten mehr Distanz zur kommerziellen Messe halten, hiess es. Chus Martínez nimmt diese Haltung ernst. Sie ist jedoch überzeugt, dass man den Kunstmarkt nicht ausblenden darf: «Der Kunstmarkt ist eine Realität, welche die Studierenden kennenlernen sollen.»

«  Die Qualität der Kunstproduktion in Basel ist erstaunlich. »

Chus Martínez
Leiterin Abteilung Kunst der HGK

Von der Basler Kunstszene ist die Kunst-Kuratorin begeistert. Es gehe häufig vergessen, dass Basel nicht nur hochkarätige Museen habe, sondern auch viele talentierte Künstlerinnen und Künstler: «Die Qualität der Kunstproduktion in Basel ist erstaunlich.» Ihr falle jedoch auf, dass die Künstler in dieser Stadt sehr bescheiden seien.

Wegen der Finanzkrise sind weltweit viele Budgets für Kunstausstellungen gestrichen worden. Chus Martínez hatte keine Lust mehr, unter diesen Bedingungen als Kuratorin zu arbeiten. Es sei der ideale Moment, um an einer Hochschule zusammen mit Studierenden und Dozierenden darüber nachzudenken, was für eine Rolle die Kunst in der heutigen Gesellschaft habe. «Ich wollte deshalb an eine Hochschule wechseln und bin absolut glücklich, dass ich hier in Basel sein kann.»