Cyclope-Premiere: Eine Tinguely-Figur erwacht in Basel zum Leben

Es ist ein Spektakel aus wilder Akrobatik, Live-Musik und Witz: Das Stück «Cyclope» ist eine Hommage an den Künstler Jean Tinguely und feierte am Donnerstag Premiere.

Bereits das Bühnenbild bietet einiges fürs Auge: Ein 17 Meter hoher Turm aus Altmetall, Holz und Stoff steht unter freiem Himmel im Klybeckquai in Kleinhüningen. Die Szenerie erinnert an eine Tinguely-Maschine – auch wenn sich zu Beginn der Vorstellung noch nichts bewegt.

Ein Dutzend Artistinnen und Artisten aus der ganzen Welt bieten Akrobatik auf hohem Niveau. «Cyclope» ist zeitgenössischer Zirkus. Oft geschieht so viel auf der Bühne, dass man gar nicht weiss, wohin man schauen soll. Immer wieder stechen aber auch einzelne Akrobatiknummern heraus: Luftakrobatik, Seiltanz und Trampolin-Sprünge, um nur einige zu nennen. Die verschiedenen Nummern sind ineinander verwoben, so dass nie Pausen entstehen. Die Choreographie überzeugt während der 90-minütigen Vorstellung.

Der Zyklop lebt

Eine Rahmengeschichte bettet die Akrobatiknummern ein: An einem verlassenem Ort tauchen Wesen auf und hauchen diesem neues Leben ein. Stück für Stück bauen sie rund um den Turm den Zyklopen auf. Sie montieren Nase, Auge, Ohr und Mund. Als Höhepunkt erwacht der Zyklop zum Leben und stimmt sogar ein Lied an.

Das Premierenpublikum tauchte in die geschaffene «Tinguely-Traumwelt» ein und belohnte die Truppe mit grossem Applaus. Der Zyklop lebt und ist in der Heimatstadt von Jean Tinguely angekommen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)