Daniel Münger: «Habe keine Berührungsängste mit der Wirtschaft»

Der Gewerkschafter aus Münchenstein will den Sitz der Sozialdemokraten in der Baselbieter Regierung verteidigen. Im Wahlzmorge spricht er über seine beruflichen Wurzeln als «Büezer», den Kampf gegen Schwarzarbeit und über seine Vorstellungen für die Wirtschaftspolitik des Kantons.

Die Baselbieter Sozialdemokraten stehen unter Druck: Sie wollen den Sitz des abtretenden Bildungsdirektors Urs Wüthrich in der Regierung verteidigen. Gleichzeitig wissen sie aber, dass der Sitz gefährdet ist. Mit zwei Kandidaten steigt die SP ins Rennen: Daniel Münger und Regula Nebiker.

«  Ich kandidiere nicht als Bildungsdirektor, sondern als Regierungsrat. »

Daniel Münger
SP-Kandidat für die Baselbieter Regierung

Die Taktik von Daniel Münger im Wahlkampf wird bei seinem Besuch im «Wahlzmorge» rasch deutlich. Anders als beispielsweise die FDP-Kandidatin Monica Gschwind preist er sich nicht in erster Linie als neuer Bildungsdirektor an, sondern bezeichnet sich als Allrounder. «Ich kandidiere nicht als Bildungsdirektor, sondern als Regierungsrat», macht er deutlich.

Affinität für Wirtschaftsthemen

Grundsätzlich traue er sich jede Direktion in der Regierung zu, sagt er. Im Verlaufe der Sendung wird vor allem deutlich, dass sich Daniel Münger für Wirtschaftsthemen interessiert. Dies ist kein Zufall: Schon in seiner Zeit als Landrat trat er als Wirtschaftspolitiker auf. Unter anderem spannte er als Gewerkschafter mit der Wirtschaftskammer zusammen, um die Schwarzarbeit im Kanton zu bekämpfen.

«Ich habe keine Berührungsängste mit Wirtschaftsorganisationen», macht er deutlich. Der Kampf gegen die Schwarzarbeit könne nur funktionieren, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer am gleichen Strick ziehen. Sich selber bezeichnet der gelernte Metallbauschlosser übrigens noch immer als «Büezer».

Neuer Realismus bei der Wirtschaftsoffensive

In der Presseschau im «Wahlzmorge» thematisierte Daniel Münger die Wirtschaftsoffensive der Baselbieter Regierung. Diese gab am Dienstag bekannt, dass es ihr bislang nicht gelungen sei, grosse Unternehmen in den Kanton zu locken. Dazu sagt Daniel Münger: «Man hat die überrissenen Zielsetzungen der letzten Jahre nach unten korrigiert.» Die Ziele seien nun weitaus realistischer.

Daniel Münger - Die Person

Daniel Münger ist 53 Jahre alt und lebt in Münchenstein. Er ist Zentralsekretär der Gewerkschaft Syndicom. Gelernt hat er aber auch Metallbauschlosser und Fernmeldespezialist. Münger ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und hat zwei Enkelkinder.

  • 2001 - 2013 Landrat
  • Seit 2011 Erstnachrücker Nationalrat
  • 2013 Rücktritt aus dem Landrat

Vor den Baselbieter Wahlen lädt das «Regionaljournal Basel» von Radio SRF alle Regierungsratskandidatinnen und -kandidaten der im Landrat vertretenen Parteien zum «Wahlzmorge» ein. Für die Bildergalerie können die Kandidierenden eigene Bilder zur Verfügung stellen und eine Postkarte an die Wählerinnen und Wähler mit einem selbst gewählten Sujet. Da nicht alle Kandidierenden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollten, ist die Anzahl Bilder in der Galerie von Kandidat zu Kandidat unterschiedlich.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)