Das Baselbiet wird zum Anziehungspunkt für Notare

Im Kanton Baselland gibt es immer mehr private Notariate. Der Grund: Als Folge der kantonalen Sparvorlagen werden die Amtsnotariate im Landkanton bis Ende 2013 abgeschafft. Damit verändern sich auch die Rechnungen bei Liegenschaftsverkäufen.

«Eröffnung unseres Notariats Binningen» – mit Zeitungsinseraten machten dieser Tage eine Gruppe von Notaren darauf aufmerksam, dass ihr Büro statt nur in Basel, Zürich und Bern neuerdings auch in Baselland seine Dienste anbietet. Diese Neuanbieter im Baselbiet sind nicht die einzigen. Zurzeit seien 27 freie Notariate im Landkanton registriert, sagt Andreas Rebsamen, Leiter Zivilrecht der Baselbieter Sicherheitsdirektion, das sei ein deutlicher Zuwachs.

Der Zuwachs erhält aber Grenzen: So müssen Neuanbieter beispielsweise ein mehrmonatiges Praktikum im Baselbiet vorweisen können; auch sind nicht alle neuen Notare wirklich neu, etliche sind Amtsnotare, die sich selbständig gemacht haben.

 Mit einer Aufblähung des Notariatswesens im Baselbiet rechnen die Fachleute der Baselbieter Sicherheitsdirektion daher eher nicht.

Kosten können neu auch höher ausfallen

Noch einpendeln müssen sich auch die Notariats-Kosten. Für einen einfachen Kaufvertrag für ein Grundstück beispielsweise verrechneten Amtsnotare bisher pauschal um die 1'400 Franken. Die freien Notare können stundenweise Rechnung stellen, ihre Rechnung kann daher für den gleichen Kaufvertrag günstiger ausfallen. Aber sie kann, wenn der maximal zulässige Aufwand verrechnet wird, auch fast doppelt so hoch sein wie bisher in den Amtsnotariaten.