Das Basler Erlenmatt-Tram feiert ein Comeback

Vor anderthalb Jahren lehnte das Basler Stimmvolk das sogenannte Erlenmatt-Tram zwischen Badischem Bahnhof und Riehenring ab. Heute brachte der Grosse Rat das Projekt im Rahmen der Tramnetzplanung 2020 wieder ins Spiel.

Tram

Bildlegende: Geht es nach der Umwelt- und Verkehrskommission, so soll das Erlenmatt-Quartier doch noch per Tram erschlossen werden. Getty Images

Als das Projekt für eine Tramverbindung zwischen Badischem Bahnhof und Riehenring zum letzten Mal zur Debatte stand, ergriffen die Bürgerlichen das Referendum. Die Begründung, dieser kurze Streckenabschnitt sei zu teuer, überzeugte auch die Mehrheit der Stimmbevölkerung: 52 Prozent der Baslerinnen und Basler lehnten das 68-Millionen-Projekt ab.

Die Verkehrs- und Umweltkommission (UVEK) des Grossen Rats verbindet das Erlenmatt-Tram nun mit einem anderen Projekt: Dem geplanten Tram 30 vom Badischen Bahnhof via Johanniterbrücke zum Bahnhof SBB. Dabei könne man auch eine Schlaufe über die Schwarzwaldallee zum Erlenmatt-Quartier bauen, findet die Kommission. Wie Kommissionspräsident Michael Wüthrich (Grüne) in der Debatte sagte, liesse sich dieses Projekt kostengünstig mit der ohnehin vorgesehenen Sanierung des Schwarzwaldtunnels verbinden.

Wüthrichs Parteikollegin Anita Lachenmeier unterstützte den Vorschlag ebenfalls: «Nachdem wir in letzter Zeit mehrere Tramlinien ins Ausland und in die Agglomeration verlängert haben, geht es nun darum, auch die Quartiere innerhalb der Stadt besser anzubinden.» Die Bürgerlichen dagegen konnten sich mit der Idee nicht anfreunden. Heiner Vischer (LDP) etwa monierte, es sei eine «Zwängerei», das Projekt so kurz nach der verlorenen Abstimmung wieder ins Spiel zu bringen.

Am Ende setzte sich die Kommission knapp durch. Wenn die Sanierung des Schwarzwaldtunnels in 10 bis 15 Jahren konkreter wird, muss die Regierung nun auch die Tramschlaufe zum Erlenmatt-Quartier berücksichtigen.