Das Basler Untersuchungsgefängnis Waaghof platzt aus allen Nähten

Der Gefängnisdirektor sagt: «Seit sechs Wochen betreiben wir Krisenmanagement.» Die Basler Regierung hat einen Kredit von 430'000 Franken bewilligt, um Notbetten zu installieren und privates Sicherheitspersonal anzustellen.

Haupteingang des Gefängnisses Waaghof in Basel, davor stehen zwei Polizeiautos

Bildlegende: Das Basler Untersuchungsgefängnis Waaghof ist überbelegt. Juri Weiss

Das Untersuchungsgefängnis Waaghof platzt aus allen Nähten. Der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr sagte daher neulich, im Waaghof herrsche «Land unter». Gebaut wurde das Gefängnis für knapp 140 Gefangene, derzeit sind jedoch rund 160 Männer und Frauen inhaftiert. Aus Platzmangel müssen einzelne Gefangene gar jeden Abend auf verschiedene Polizeiposten transportiert werden, damit sie dort in Zellen übernachten können.

Nun reagiert die Regierung auf diesen Notstand. Sie bewilligt einen Kredit von 430'000 Franken, um 23 zusätzliche Gefängnisplätze im Waaghof zu schaffen. Zudem soll das das Gefängnispersonal von privatem Sicherheitspersonal unterstützt werden. «Es kann kein Dauerzustand sein, dass Häftlinge in den Polizeiposten übernachten müssen», sagt Lukas Huber vom zuständigen Justiz- und Sicherheitsdepartement.

Krisenmanagement im Gefängnis

Dass Handlungsbedarf im Gefängnis besteht, daraus macht Gefängnisdirektor Jörg Degen keinen Hehl. «Seit sechs Wochen betreiben wir Krisenmanagement», sagt er. Das Problem sei mit den Notbetten, die installiert werden, jedoch noch nicht gelöst. Die ganze Gefängnisinfrastruktur sei nämlich weiterhin ausgelegt auf weniger Gefangene. Das heisst zum Beispiel: Die Küche hat ihre Kapazität erreicht, die Waschräume ebenfalls und die Besucherräume sind zu klein, so dass die Gefangenen teilweise nicht jede Woche Besuch erhalten können.

An seine Grenzen stösst auch das Personal im Waaghof. Aufseher Gabriel Scherrer sagt, dass die Auseinandersetzungen zwischen den Gefangenen zugenommen haben, seit das Gefängnis überfüllt sei. «Dies erschwert unsere Aufgabe.»