Das Sportmuseum in Basel ist ein Dauerpatient

Das Museum kämpft seit Jahren mit knappen Finanzen. In den kommenden Wochen entscheiden Basler Regierung und Parlament, ob sie ihm die Subventionen streichen wollen. Es kursiert aber auch eine ganz neue Idee, wie es mit dem Museum weitergehen könnte.

Ausstellungsraum des Sportmuseums mit der aktuellen Ausstellung «Help»

Bildlegende: Help - so heisst die Ausstellung, die es derzeit im Sportmuseum zu sehen gibt. zVg

Dass es dem Schweizer Sportmuseum in Basel nicht gut geht, sieht man schon von Weitem. «Help» - dieser Hilferuf steht auf einem Plakat an der Fassade des Museums. Damit soll zwar in erster Linie auf die Ausstellung mit dem Titel «Help» aufmerksam gemacht werden, die derzeit im Museum zu sehen ist. Aber das Museum selber schreit ebenfalls um Hilfe. «Wir benötigen Unterstützung», sagt Museumsleiter Gregor Dill.

Das Sportmuseum leidet seit Jahren unter knappen Finanzen. Derzeit spitzt sich die Situation aber wieder einmal zu. Die Basler Regierung will dem Museum die Subventionen streichen - im Rahmen eines Sparpakets. Nun hat zwar das Kantonsparlament beschlossen, dass die Regierung nochmals über die Bücher muss. Ein definitiver Entscheid zum Sportmuseum ist aber noch nicht gefallen.

Gregor Dill glaubt den Grund zu kennen, warum die Basler Regierung dem Sportmuseum nicht allzu viel abgewinnen kann. «Sport wird als etwas angesehen, das ausserhalb der Kultur und der gesellschaftlichen Relevanz steht.» Das Sportmuseum sei daher auch nie als Teil der Basler Museumslandschaft angesehen worden. «Wir sind nie richtig integriert worden.»

Historisches Museum könnte Sport-Sammlung übernehmen

Philippe Bischof, Kulturchef des Kantons Basel-Stadt, will dies nicht bestätigen. Aber er gibt zu: Es sei für das Sportmuseum nicht ideal, dass Regierung und Parlament immer wieder unterschiedlicher Auffassung darüber seien, ob das Museum unterstützenswert sei oder nicht.

Der Kulturchef findet, es würde sich lohnen, sich grundsätzliche Gedanken zur Zukunft der Institution zu machen. «Vielleicht gäbe es einen Weg, die Bestände des Sportmuseums einer anderen Sammlung anzugliedern.» Als mögliches Beispiel nennt Philippe Bischof das Historische Museum Basel.

Passt der Ski von Bernhard Russi ins Historische Museum?

Aber wie kommt diese Idee beim Sportmuseum an? Leiter Gregor Dill findet, er sei grundsätzlich offen für kreative Vorschläge. Ob die Sammlung des Sportmuseums im Historischen Museum gut aufgehoben wäre, daran zweifelt er jedoch. «Der Ski von Bernhard Russi hat ja nichts mit Basel zu tun - warum also soll er im Historischen Museum Basel gezeigt werden?»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)