Der oberste Schweizer Polizeidirektor setzt Basel unter Druck

Hans-Jürg Käser droht, Basel-Stadt keine Polizeikräfte mehr für die FCB-Heimspiele zu schicken - falls der Kanton nicht dem verschärften Hooligan-Konkordat beitritt.

Nicht nur in Basel ist das Hooligan-Konkordat umstritten - Zürich stimmt im Juni darüber ab.

Bildlegende: Nicht nur in Basel ist das Hooligan-Konkordat umstritten - Zürich stimmt im Juni darüber ab. Keystone

Der Berner Sicherheitsdirektor Hans-Jürg Käser ist Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz - und ein vehementer Befürworter des verschärften Hooligan-Konkordats. Mit diesem Abkommen der Kantone untereinander soll die Gewalt rund um Sportveranstaltungen eingedämmt werden - es ist jedoch insbesondere in den beiden Basel umstritten. Unter anderem, weil das Konkordat vorsieht, dass in Zukunft alle Fans mit dem Extrazug an ein Auswärtsspiel anreisen müssen.

Nach den Ausschreitungen am Cupfinal vom Pfingstmontag fordert Hans-Jürg Käser nun Solidarität der anderen Kantone. Sie sollen der Verschärfung des Hooligan-Konkordats zustimmen. Käser droht in der «Sonntagszeitung» dem Kanton Basel-Stadt mit Konsequenzen, falls der Kanton beim Konkordat nicht mitmache.

Konkret sagt Käser: «Sollte Basel dem Hooligan-Konkordat tatsächlich nicht beitreten, müssten wir allenfalls im Polizeikonkordat Nordwestschweiz darüber reden, ob Basel weiterhin Polizisten aus anderen Kantonen zur Sicherung seiner Fussballspiele abrufen kann.»

Der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) wollte diese Drohung aus Bern gegenüber der «Sonntagszeitung» nicht kommentieren. Sein Parteikollege, der Basler Nationalrat Daniel Stolz reagiert indessen scharf. Gegenüber dem «Regionaljournal» sagt er: «Der Kanton Basel-Stadt lässt sich sicher nicht nötigen. Wir könnten es ja mit gleicher Münze zurückzahlen und nichts mehr in den Finanzausgleich einzahlen - dann könnte sich Bern gar keine Polizisten mehr leisten.» Solche gegenseitige Drohungen seien unsinnig.