Der schwere Stand der bürgerlichen Frau in der Basler Politik

In Basel-Stadt können Frauen seit 50 Jahren wählen und abstimmen. Noch nie seit der Einführung des Wahl- und Stimmrechts hat eine bürgerliche Frau den Sprung in die Regierung geschafft. Schon jetzt, ein halbes Jahr vor den Wahlen ist klar: Auch 2017 wird es keine bürgerliche Regierungsrätin geben.

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Bildlegende: Die Basler Regierungsrätin Eva Herzog wird auch bei den nächsten Wahlen keine bürgerliche Kollegin bekommen. Keystone

Für den frischgebackenen FDP-Präsident Luca Urgese ist klar: «An der Qualität der Frauen liegt es nicht.» Warum aber schaffen es die Basler Bürgerlichen auch nach 50 Jahren nicht, eine Frau in den Regierungrat zu heben?

Bürgerliche Parteien und deren Frauen sind gefordert

«Einerseits liegt es an der Partei, andererseits auch an den Frauen», analysiert Luca Urgese. Die Partei müsse nach wie vor bessere Rahmenbedingungen für Frauen schaffen. Die Frauen ihrerseits müsste in Zukunft aber vermehrt die politische Auseinandersetzung suchen wollen.

Patricia von Falkenstein sagt, sie selber habe sich immer wieder bewiesen und scheue die offene Auseinandersetzung und den Konflikt nicht. Dennoch hat ihr gestriger Rückzug einen Beigeschmack. Sie nahm sich selber aus dem Rennen, bevor das Rennen um die Regierungsratsnomination überhaupt begonnen hatte. «Ein Mann hätte in derselben Situation wahrscheinlich nicht so reagiert», sind sich von Falkenstein und Urgese einig.