Der tote Basler Messeplatz

Der Messeplatz in Basel werde durch die sogenannte «city lounge» belebt. So das Versprechen der Messe-Vertreter im Abstimmungskampf anno 2008. Bisher sei davon aber wenig zu bemerken, finden kritische Stimmen.

Messeplatz Basel

Bildlegende: Der Messeplatz solle mehr leben, finden Kritikerinnen und Kritiker. Keystone

Die Verkäuferin des Bistro-Kiosks am Messeplatz schaut oft ins Leere. «Es ist nicht viel los auf dem Platz, es hat kaum Menschen. Auch am Wochenende ist es sehr leer.»

Jörg Jantz, der gegen den neuen Messeplatz gekämpft hatte, fühlt sich in seinen Befürchtungen bestätigt. «Wir waren gegen das Projekt, weil es diesen «Unort» nur noch schlimmer macht. Es ist eine Öde hier.»

Messe-Chef René Kamm ist anderer Meinung. «Der Platz ist belebter als vor dem Umbau. Wir haben nun zwei Restaurants und einen Kiosk.» Aber dies reiche natürlich nicht für eine Belebung.

Dies würde sich aber mit dem Abriss des Messeparkings ändern. Die in der Testplanung vorgestellten Wohnungen und Büros würden automatisch mehr Leben auf den Platz bringen, ist Kamm überzeugt.

Noch lange keine Belebung

Die Basler Verwaltung stützt nun Kamms These. Der Sprecher des Baudepartements, Marc Keller, sagt: «Wenn es am Rande des Platzes gemischte Nutzungen gibt, wie sie der Messe vorschweben, wird der Platz bestimmt belebt.» Und dies unterstütze der Kanton. Eigene Rezepte habe die Verwaltung bislang aber keine. Das bedeutet, dass der Messeplatz noch lange still und ruhig bleiben könnte, wenn nicht gerade eine Messe stattfindet: Bis die Ideen der Messe verwirklicht werden könnten, vergehen nämlich noch einige Jahre.