Deutsche Kunst an der Basler Fasnacht

Köpfe sind sein Lebensinhalt. Das Herstellen von Masken sein Metier. In diesem Jahr hat der Deutsche Künstler Thomas Schütte aber Neuland betreten. Zum ersten Mal hat er eine Larve für die Basler Fasnacht entworfen. Beim Kreieren war er frei, musste aber dennoch einige Auflagen einhalten.

Portrait Thomas Schütte neben einem seiner Statuen

Bildlegende: Thomas Schütte wagt sich auf ungewohntes Terrain und entwirft Larven für die Fasnacht. Keystone

Thomas Schütte ist ein Deutscher Künstler. Seine Köpfe und Masken waren noch anfangs 2014 in der Fondation Beyeler ausgestellt. In ein paar Wochen aber ist sein Schaffen in den Gassen von Basel zu sehen. Thomas Schütte hat nämlich die Larven der Fasnachtsclique «Alti Richtig» entworfen.

Die Nase darf nicht zu klein sein

Am Anfang war die Idee: Thomas Schütte soll die Vorlagen für eine Fasnachtslarve entwerfen. Er sei der passende Mann, schliesslich sind Masken und Köpfe das Metier des deutschen Künstlers.

Die Clique fand diese Idee gut und nahm Kontakt auf mit Thomas Schütte - mit wenig Hoffnung auf Erfolg. «Sie waren deshalb ganz überrascht, als der sich zu einer solche Zusammenarbeit einverstanden erklärte», sagt Roman Peter gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Thomas Schütte hat in der Folge einen Prototyp aus Plastik entworfen und ist mit diesem nach Basel gekommen - ins Atelier von Roman Peter. Dort habe man Kleinigkeiten korrigieren müssen. Zum Beispiel war die Nase beim Prototypen zu klein: «Die eigenen Nase hätte in der Larve keine Platz gehabt», sagt Peter. Dementsprechend habe man die Nase vergrössern müssen.

Schütte wird live dabei sein

Trotz diesen kleinen Anpassungen: Die künstlerische Handschrift von Thomas Schütte sei erkennbar, sagt Roman Peter: «Wenn man die Werke von Thomas Schütte kennt, dann erkennt man seine Köpfe in der Larve wieder.»

Thomas Schütte kreiert zwar ständig Masken und Köpfe, noch nie habe er aber Larven für die Fasnacht entworfen. Neuland also auch für ihn. Die Premiere am Cortège lässt er sich deswegen auch nicht entgehen. Er wird nach Basel reisen und sich seine Larven live anschauen, das sei sein Lohn. «Als Honorar habe ich einzig ein Schnitzel und eine Übernachtung gefordert», sagt Thomas Schütte. Bekommen würde er jetzt aber eine Kiste Wein, ergänzt er schmunzelnd.