Die AKW-Bewegung Kaiseraugst wird dokumentiert

Am 1. April 1975 wurde das für ein Atomkraftwerk ausgewählte Gelände in Kaiseraugst AG besetzt. Die Besetzung war der Beginn einer beispiellosen Volksbewegung, die mit der Verhinderung eines Atommeilers nahe der Stadt Basel endete. Vierzig Jahre später wird die Bewegung jetzt dokumentiert.

Ernst Born steht vor dem Logo SRF.

Bildlegende: Ernst Born: «Wir möchten die Dokumente für die kommenden Generationen sichern.» SRF

Aernschd (Ernst) Born, Gallionsfigur der Bewegung und Sänger von Protestliedern auf dem Gelände, erinnert sich: «Als wir die Baumaschinen besetzten, da waren wir ein paar fest entschlossene Aktivisten. An der folgenden Demonstration kamen dann Tausende auf das Gelände.»

Die Bewegung wird jetzt dokumentiert. Ziel der Institution «Dokumentationsstelle Atomfreie Schweiz» ist es, das Material der Aktivisten zu sammeln. «Wir sind in einem Alter, in dem immer mehr ehemals Aktive sterben.» Die Nachlässe würden von den Nachkommen leider oft weggeworfen.

Die Dokumente der Anti AKW-Bewegung sollen aber auch Interessierten zum Studium zur Verfügung stehen. Aernschd Born denkt vor allem an Schulklassen, Studenten und Historiker, die sich für die Zeugen dieser vergangenen Zeit interessieren könnten. Weiter sind Hearings und eine Ausstellung geplant.

Ein Verein steht dahinter

Getragen wird die Stelle vom gleichnamigen Verein. Unterstützt wird dieser aber nicht durch die Öffentlichkeit sondern er muss sich vielmehr durch Spenden selbst finanzieren. Ihr erster Archivar wird Aernschd Born, der sich zwecks dieser neuen Aufgabe entsprechend weiterbilden liess.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)