Die Basler Kunsteisbahn steht vor einer ungewissen Zukunft

Die Basler Kunsteisbahn Margarethen blickt auf eine über 80 Jahre alten Geschichte zurück, auch Eishockey-Weltmeisterschaften wurden dort ausgetragen. Nun könnte aber ihre letzte Stunde geschlagen haben: die Basler Regierung prüft Sanierungsmöglichkeiten, aber auch die Schliessung ist nicht Tabu.

Blick auf die Eisfelder der Kunsteisbahn

Bildlegende: Die Zukunft der Kunsteisbahn Margarethen ist nicht gesichert zVg

Das im Basler Erziehungsdepartement angesiedelte Sportamt hat für die Kunsteisbahn Margarethen verschiedene Szenarien entwickelt. Die Möglichkeiten beinhalten von einer Teilsanierung bis zu einem Neubau alle Optionen- und selbst eine Schliessung ist anscheinend nicht mehr tabu. Es ist also nicht selbstverständlich, dass die traditionelle Sportanlage im Gundeldingerquartier weiterbestehen wird.

Kosten für Sanierung sehr hoch

Informationen, die dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF vorliegen, zeigen, dass die Behörden auch die Radikalmassnahme einer Schliessung nicht mehr unbedingt ausschliessen mögen.Sie reagieren damit auf vorliegende Berechnungen einer umfangreichen Sanierung. Diese werden vor allem dadurch, dass die Anlage auch erdbebensicher gemacht werden müsste, massiv in die Höhe getrieben. Dies bestätigt dem Regionaljournal ein Vertreter jenes Zürcher Generalplaners, der den Auftrag hatte, sämtliche Sanierungsmöglichkeiten auf den Tisch zu legen.

Sparkanton Basel-Stadt

Die vorangeschlagenen Kosten sind so hoch, dass selbst der Verzicht auf dieses Sportangebot nicht mehr ausgeschlossen ist. Es entspricht der allgemeinen Sparstimmung im Kanton Basel-Stadt, sämtliche Investitionen genau und gründlich zu prüfen.

Güterabwägung

Allerdings muss die Regierung bei ihrer Entscheidung eine Güterabwägung machen: auf der einen Seite die erwähnten Sparvorgaben; auf der anderen Seite die Ansprüche einer sporttreibenden Bevölkerung und im konkreten Fall auch des Eishockey-Nachwuchs in der Region. Denn auch die Kunsteisbahn Eglisee muss dringend saniert werden. Und dort gibt es Pläne, die Nutzung für den Eishockeysport einzuschränken. Weil auch die St.Jakob-Arena nur beschränkte Nutzungsmöglichkeiten für Hockeyaner hat, steht die Basler Regierung vor einer schwierigen Entscheidung.

Verlust für das Quartier

Beatrice Isler, Präsidentin des Neutralen Quartiervereins Gundeldingen, sagt zum Schliessungsszenario: «Das wäre ein Verlust, weil dann nur noch das Eglisee übrigbleiben würde.» Und sie zweifelt, ob das Eglisee die 150‘000 Personen, die Jahr für Jahr die Basler Eisbahnen besuchen, aufnehmen könnte.

Die Kunsteisbahn sei mehr als eine Sportanlage, heisst es im Quartier immer wieder. Eine junge Mutter: «Eine Schliessung wäre sehr schade, weil die Kunsti von vielen wie ein kultureller Treffpunkt genutzt wird.»

Wie immer die Zukunft der Kunsteisbahn Margarethen aussieht, eins ist aus der Sicht von Quartierbewohnern klar. Einfach abreissen geht nicht. Oder wie es eine junge Frau formuliert: «Es ist nichts, was man einfach wegrationalisieren kann. Dann müsste schon eine anständige Alternative hin, wenn schon, denn schon.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)