Verkehrsfluss Die BLT will wissen, wie ihre Kunden unterwegs sind

Mit einer neuen App möchte das Transportunternehmen messen, welche Verkehrsmittel die Menschen in der Region wie häufig und wie lange nutzen. Ziel sei es, das ÖV-Angebot besser auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten. Um die App zu prüfen sucht die BLT 300 Testerinnen und Tester.

Ein Tram der Linie 11 auf der Strecke zwischen Barfüsserplatz und Marktplatz

Bildlegende: Wollen wissen, wo es lang geht: Die BLT möchten die Wege ihre Fahrgäste erforschen. zVg

Wer von A nach B unterwegs ist, nutzt in der Regel mehr als nur ein Verkehrsmittel. Eine Strecke geht man möglicherweise zu Fuss, steigt dann auf ein Tram um und fährt letztlich von der Endstation noch ein paar Minuten mit dem Fahrrad oder Auto zum Zielort.

«Wir wissen fast nichts über die Nutzung»

Diese Verkehrsflüsse zu erfassen und auszuwerten ist das erklärte Ziel der BLT. Hierfür hat das Transportunternehmen eine App entwickelt, mit der sie künftig die Pendlerströme messen will. Die neue App ermittelt die Nutzung der einzelnen Verkehrsträger automatisch, speichert also, wer wann und wo zu Fuss, mit dem Auto oder dem Tram unterwegs war.

«Eigentlich wissen wir heute fast gar nichts über das Mobilitätsverhalten unserer Gäste», sagt Andres Büttiker, Direktor der BLT. Zwar könne man sagen, wie viele Passagiere in den Bussen und Trams der BLT mitfahren und wo sie ein- und aussteigen. Wie sie aber zu den Stationen kommen und auf welche Verkehrsträger sie anschliessend umsteigen, darüber wisse man fast gar nichts.

Mobilität im Wandel

Dabei sei dies für die Zukunft wichtig, sagt Büttiker, denn die Nutzung des Verkehrs sei stark im Wandel. «Früher war klar: Der ÖV ist ein Massentransportmittel, das Auto ein individuelles Transportmittel. Das ist längst nicht mehr so». Bestes Beispiel dafür sei Uber, wo Private einen Taxidienst anbieten. Auf diesen Wandel müsse die BLT reagieren und gegebenenfalls selber andere Mobilitätsdienste anbieten.

Das sei aber noch Zukunftsmusik. Zuerst müsse man testen, ob die App überhaupt funktioniert. Und die Kunden machen offensichtlich gerne mit. Innert weniger Stunden hätten sich bereits 500 Interessierte gemeldet, welche die App testen wollen.