Die Kirschessigfliege macht Baselbieter Bauern das Leben schwer

Sie ist erst vor wenigen Jahren bei uns eingewandert, die japanische Kirschessigfliege. Hiesigen Obstbauern lehrt sie jedoch das Fürchten. Wer seine Kirschbäume nicht mit Netzen schützt, muss mit grossen Ernteausfällen rechnen.

Die Ausfälle bei der diesjährigen Kirschenernte sind happig. Speziell Kirschen von Hochstamm-Bäumen wurden in diesem Jahr Opfer der Kirschessigfliege. So sagt Obstbauer Hansruedi Wirz aus Reigoldswil: «Schweizweit haben wir 550 Tonnen Kirschen erwartet. Und am Schluss sind 170 Tonnen abgeliefert worden. Da ist sicher ein grosser Teil der Fliege zum Opfer gefallen.»

Weniger tragisch sind die Ausfälle, die Obstbauer Hansruedi Wirz vom Niestelen-Hof selber zu beklagen hat. Dies dank feinen weissen Netzen, die er seinen Niedrigstamm-Plantagen umgelegt hat. Und nur Kirschbäume wurden Opfer der Fruchtfliege, die nicht geschützt waren. Aus diesem Grund möchte Wirz nächstes Jahr alle seine Bäume einpacken: «Wir haben uns so eingerichtet, dass wir nächstes Jahr 100 Prozent eingenetzt haben werden. Bäume, wo das nicht möglich ist, haben wir bereits gerodet.»

Hochstammbäume besonders stark bedroht

Für die Hochstamm-Kirschbäume, die das Landschaftsbild des Baselbiets prägen, könnte die Fruchtfliege aber das Ende bedeuten. Denn bei so grossen Ausfällen lassen sich diese Bäume nicht mehr gewinnbringend bewirtschaften. Damit fehlt jeder Anreiz, sich weiter um solche Bäume zu bemühen. Immerhin sollen dank einem Bundes-Programm und entsprechender finanzieller Unterstützung wenigstens Hochstamm-Obstbäume in der Landschaft erhalten bleiben.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)