Die Sanierung der Lindan-Deponie in Huningue geht weiter

Der Pharmakonzern Novartis hat am Dienstag die Sanierungspläne für ein belastetes Areal in Huningue bekannt gegeben. Auf dem Areal wurde früher der gefährliche Stoff Lindan gelagert. Mit einer neuen Sanierungsmethode soll sichergestellt werden, dass keine Rückstände mehr in die Umwelt gelangen.

Weisse Zelte mit Rhein

Bildlegende: Die Zelte werden durch eine luftdichte Halle ersetzt SRF

Seit gut einem Jahr stehen die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände der zu Novartis gehörenden Abwasserreinigungsanlage ARA Steih im französischen Huningue still. Die Arbeiten wurden damals eingestellt, weil die Bevölkerung durch Gestank aus der Anlage belästigt und vor allem verunsichert wurde.

In der Zwischenzeit fanden die Projektverantwortlichen von Novartis und ARA Steih ein neues Unternehmen für die Sanierung, das schon Erfahrungen bei der Sanierung in Bonfol sammeln konnte. In diesen Tagen startet also die Sanierung von Neuem.

Neuer Start der Sanierungsarbeiten

Zunächst werde die eigentliche Baustelle errichtet, wie die Projektverantwortlichen am Dienstag erklärten. Die bestehenden Zelte werden erneuert und neu soll das gesamte Gelände mit luftdichten Hallen gesichert werden, also auch die Stellen auf dem Areal, die nur leicht kontaminiert sind. Zusätzlich werden neue Verladestationen für Schiffe gebaut und luftdichte Anlagen für den Verlad auf Lastwagen. Dieser grosse Aufwand diene nicht nur zur Beruhigung der Bevölkerung, sondern zu deren Schutz, betonte Novartis-Sprecher Felix Räber.

Überwachung rund um die Uhr

Weil sich das Gebiet der ehemaligen Chemie-Firma «Usine Kuhlmann» im Grenzland zu Frankreich und Deutschland befindet, werden auch die Behörden der beiden Länder und von Basel-Stadt und Baselland mit einbezogen. Sie haben gemeinsam die Grenzwerte der Schadstoffe festgelegt und Standorte der verschiedenen Messstationen bestimmt. So überwacht das Lufthygieneamt beider Basel mit eigenen Messstationen die Luft. Gleichzeitig hat Novartis sieben eigene Messstationen eingerichtet, mit denen die Luft rund um die Uhr gemessen wird. Auch das Rheinwasser und das Grundwasser werde ständig überwacht.

Die Sanierung solle nicht nur sicherer sein in Zukunft, sondern die Projektverantwortlichen möchten auch die Kommunikation verbessern. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website kann die Bevölkerung alle Schritte der Sanierung mitverfolgen.

Altlasten-Experte Forter ist zuversichtlich

Für den Sanierungsstopp vor gut einem Jahr hat unter anderem Altlasten-Experte Martin Forter gekämpft. Er unterstützte den Druck aus der Bevölkerung und sorgte für neue Messungen, die den Lindanstaub in der Luft nachweisen konnten. Mit den neuen Massnahmen zeigte sich Martin Forter nun zufrieden und zuversichtlich, soweit er dies aus der Projektbeschreibung im Internet beurteilen kann.

Sanierung Ende 2017 abgeschlossen

Gegen Ende Jahr kann dann mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten begonnen werden. Ende 2017 sollte die Sanierung abgeschlossen sein. Durch den fast einjährigen Baustopp verteuert sich die Sanierung etwa um 50 Prozent, hiess es an der Präsentation des Projektes. Somit dürften sich die Gesamtkosten auf 150 Millionen Euro belaufen. Den grössten Teil davon übernimmt der Basler Pharmakonzern Novartis.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)