Doppelspur im Laufental kommt später

Rückschlag für den öffentlichen Verkehr im Laufental: Der Doppelspurausbau macht erst Sinn, wenn der Bahnhof Basel ausgebaut ist. Das bedeutet, dass die Doppelspur trotz Vorfinanzierung des Kantons nicht vor 2025 gebaut sein wird.

Einfahrt in den Basler Bahnhof, rechts eine rote Lokomotive der SBB

Bildlegende: Spielt beim geplanten Ausbau zur Doppelspur im Laufental eine wichtige Rolle: der Basler Bahnhof. Keystone

Um den Doppelspurausbau im Laufental zu beschleunigen, will die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro den Bau vorfinanzieren. Der Ausbau sei so wichtig für das Laufental, dass sie die dafür notwendigen 100 bis 130 Millionen Franken vorschiessen wolle, sagt Pegoraro. Der Bund solle dem Kanton das Geld danach zurück bezahlen.

Mit dem Doppelspurausbau könnten neben den bereits heute verkehrenden zwei S-Bahnen und einem Schnellzug pro Stunde ein zweiter Schnellzug passieren. Und dies sei für die Anbindung des Laufentals an Basel und die restliche Schweiz wichtig, so die Baudirektorin. Dies vor allem ab 2021. Dann stellen die SBB nämlich den Fahrplan um, was gravierende negative Auswirkungen auf die Zugverbindungen im Laufental hat. Diese Verschlechterungen ab 2021 könnten mit der Doppelspur umgangen werden, begründete Pegoraro die mögliche Vorfinanzierung des Kantons.

Flaschenhals Basler Bahnhof

Die Idee der Vorfinanzierung des Doppelspurausbaus im Laufental durch den Kanton stiess vielerorts auf offene Ohren, und im Laufental sogar auf grosse Freude. Die Rede war von einem Durchbruch bei einer jahrzehntelangen Forderung. Doch diese Freude könnte nun gedämpft werden.

Studien würden belegen, dass der Doppelspurausbau derzeit kaum etwas bringen würde, sagt Olivia Ebinger vom Bundesamt für Verkehr. «Der Doppelspurausbau alleine reicht nicht für einen zweiten Zug», so Ebinger. Dieser würde nämlich in den Bahnhof Basel einfahren müssen. «Und so lange der Knotenpunkt Bahnhof Basel nicht ausgebaut ist, so lange hat dieser Zug dort keinen Platz.» Dieser Ausbau wird erst 2025 bereit sein.

Auch Jörg Jermann, der bei der Baselbieter Baudirektion für den öffentlichen Verkehr zuständig ist, sagt, dass der Doppelspurausbau trotz der vom Kanton vorgeschlagenen Vorfinanzierung nun doch nicht 2021 fertig sein wird. «Die Einfahrt in den Basler Bahnhof ist eine Voraussetzung dafür, dass die Doppelspur etwas bringt.» Deshalb habe man beschlossen, dass der Ausbau im Jahr 2021 nichts bringe und ihn auf 2025 verschoben.

Der Kanton will den Doppelspurausbau laut Jermann aber trotz der Verschiebung vorfinanzieren. Würde er dies nämlich nicht tun, käme der Ausbau nochmals später: nämlich frühestens 2030.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)