«Ein merkwürdiges Signal an die Baselbieter Lehrpersonen»

Die Baselbieter Bildungsdirektion verschickt pro Schulhaus bloss zwei Exemplare des Lehrplan 21. Damit verunsichert sie ihre Lehrerinnen und Lehrer.

Schüler strecken auf

Bildlegende: Der Entscheid, nur zwei Exemplare des neuen Lehrplans zu verschicken, löst Fragen aus. Colourbox

Es hinterlasse einen komischen Geschmack, dass die Bildungsdirektion vom neuen Lehrplan, der im Schulbetrieb kaum ein Stein auf dem anderen lässt, nur gerade zwei Exemplare pro Schulhaus verschickt. «Das ist ein merkwürdiges Signal. Man fragt sich, ob es der Bildungsdirektion überhaupt ein Anliegen ist, dass der Lehrplan 21 umgesetzt wird», sagt Michael Weiss, Geschäftsführer des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland.

Ganz anders sieht die Situation im Nachbarkanton Basel-Stadt aus. Je nach Schulhausgrösse gibt es bis zu 16 Exemplare des neuen Lehrplans. Ausserdem erhält jede Lehrperson, die ihren Unterricht anpassen muss, eine Broschüre, in der konkrete Fragen behandelt werden.

Kopieren und drucken

Bei der Baselbieter Bildungsdirektion weist man die Vorwürfe zurück. Der Lehrplan 21 sei ein sehr umfassendes Werk. Die einzelne Lehrperson benötige nicht die ganze Ausgabe, sagt die Sprecherin der Bildungsdirektion, Deborah Murith. «Aus den zwei kompletten Exemplaren können sich die Lehrerinnen und Lehrer alles herauskopieren, was sie brauchen.» Ausserdem sei der ganze Lehrplan auch online abrufbar und so für alle zugänglich.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)