Eine Baselbieter Task-Force kämpft gegen die Kirschessigfliege

2011 wurde die Kirschessigfliege aus Südostasien eingeschleppt. Dieses Jahr verbreitete sie sich explosionsartig, nach dem milden Winter 2013/2014 und dem feucht-kühlen Sommer. Der kleine Schädling richtet grossen Schaden an - nach den Kirschen, Beeren und Zwetschgen greift sie nun die Trauben an.

Die Kirschessigfliege befällt gesunde und reife Früchte. Diese werden sauer und verderben den Wein. Die Weinbauern müssen darum die befallenen Früchte einzeln entfernen. Das macht viel Arbeit. «Da muss man jede einzelne Beere rauspicken», erklärt der Winzer Urs Imhof. Das bedeute etwa ein Drittel mehr Aufwand. Zudem bedeute die Kirschessigfliege einen Ernteausfall für die Baselbieter Winzer von rund 30 Prozent.

Explosionsartige Vermehrung

Schuld an der schnellen Vermehrung der Fliege ist das milde Klima im letzten Winter und der feuchte Sommer: Die Kirschessigfliege vermehrte sich explosionsartig. Natürliche Feinde hat der Schädling keine. Darum schauen die Winzer auch besorgt in die Zukunft, denn gegen die Kirschessigfliege gibt es keine effizienten Mittel. Dabei ist das Baselbiet besonders betroffen, denn sie befällt neben den Trauben auch Kirschen, Zwetschgen und Beeren. Lukas Kilcher, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain, spricht von einem grossen Problem, welches lange verkannt wurde. Weder die Bauern, noch die Forscher, noch das Landwirtschaftszentrum seien vorbereitet gewesen.

Task-Force gegen Schädling

Um die Baselbieter Bauern gut zu beraten, hat das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain eine «Task-Force Essigfliege» gegründet. Sie soll das verfügbare Wissen sammeln und die Bauern beraten.

(Regionaljournal Basel, 06:39)