Zum Inhalt springen

Basel Baselland Eine blaue Schafherde im Basler Münster

50 Plastikfiguren stehen derzeit im Kreuzgang der Kirche. Eine Aktion, die eine Gratwanderung ist zwischen Kitsch und Kunst. Münsterpfarrer Lukas Kundert ist sich dessen bewusst. Ihm gefallen die Schafe jedoch derart gut, dass er sie in seiner Osterpredigt thematisiert.

50 blaue Plastikschafe stehen im Kreuzgang des Basler Münsters.
Legende: Kunstaktion: 50 blaue Plastikschafe stehen im Kreuzgang des Basler Münsters. zVg

Pfarrer Lukas Kundert hat zusammen mit der evangelisch-reformierten Kirche die Plastikschafe ins Basler Münster geholt. Ihm ist dabei klar, dass die blauen Figuren in der mittelalterlichen Umgebung nicht allen Leuten gefallen. «Es ist wahrscheinlich schon so, dass gerade im Münster eine Kunstintervention besonders stark auffällt und besonders starke Emotionen auslösen kann.»

Lukas Kundert fürchtet diese Emotionen jedoch nicht. Im vergangenen Jahr gab es eine Kunstinstallation im Kreuzgang, «die sehr viele Leute aufgeregt hat.» Dies sei aber auch die Aufgabe von Kunst. Sie solle den Betrachter nicht kalt lassen.

Dass Kunstaktionen in einer Kirche eine Gratwanderung sind, dessen ist sich der Münsterpfarrer jedoch ebenfalls bewusst. Und bei den 50 blauen Schafen im Kreuzgang «könnte uns der Vorwurf gemacht werden, dass dies Kitsch ist».

Er selber finde die Schafe jedoch nicht kitschig. Er stellt sie während des Ostergottesdienstes sogar im Münster auf und thematisiert sie in seiner Predigt.

Bei den Besuchern des Kreuzgangs kommen die Schafe jedenfalls gut an. Die Reaktionen von Passanten sind ausschliesslich positiv. Die einen freuen sich über ein aussergewöhnliches Fotosujet, die anderen philosophieren darüber, was die Schafe bedeuten könnten.

1 Kommentar

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Maruhn, Düren
    Mag die künstlerische Aktion auf Ermangelung fundierten Wissen beruhen, diese basiert nicht nur auf eine Gratwanderung ist zwischen Kitsch und Kunst, sondern stellt auch eine Beleidung der anderen religösen Minderheiten aus. Wenn viele neue Freunde von weit hier her kommen, ist das nicht auch eine Freude ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen