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Eklat Kantonsspital Baselland stellt Dekan Thomas Gasser frei

Warum man sich trennt, ist unklar. Die Beteiligten widersprechen sich.

Thomas Gasser sitzt vor einem Laptop
Legende: Thomas Gasser widerspricht der Darstellung, dass die frühzeitige Trennung abgesprochen worden sei. SRF

Vor drei Jahren war noch Friede, Freude, Eierkuchen. Das erste Mal überhaupt durfte das Kantonsspital Baselland den Dekan der Universität Basel stellen, also den höchsten Mediziner der Hochschule. Thomas Gasser, Chefarzt der Urologie, fiel diese Ehre zu. Im Baselbiet zeigten sich das Spital, aber auch die Politik mächtig stolz darüber. Umso erstaunlicher ist, dass das Kantonsspital Baselland Ende April den amtierenden Dekan per sofort freigestellt hat, wie die «Basellandschaftliche Zeitung» öffentlich gemacht hat.

Zwar ist schon seit Februar bekannt, dass Thomas Gasser das Kantonsspital Baselland verlässt und sich selbständig macht - zusammen mit seinem Stellvertreter Patrick Maurer. Damals hiess es jedoch vom Kantonsspital, man trenne sich im Frieden, zudem bleibe Thomas Gasser bis Ende Juli Chefarzt am Spital.

Einvernehmlich oder nicht?

Warum es nun zur sofortigen Trennung kommt, bleibt unklar. Die Beteiligten widersprechen sich. Jürg Aebi, CEO des Kantonsspital Baselland, sagt: Seit Gassers Abgang bekannt sei, habe sich die Zusammenarbeit zwischen ihm und den Mitarbeitern verschlechtert. «Mitarbeitende waren enttäuscht, dass zwei langjährige Chefärzte das Spital verlassen, das führte zu Unruhe.» Gemeinsam mit Thomas Gasser habe man daher vereinbart, die Zusammenarbeit auf Ende April zu beenden.

Thomas Gasser will sich - auf Anraten seines Anwalts - nicht dazu äussern. Er widerspricht aber der Darstellung, dass die Verantwortlichen des Spitals die frühzeitige Trennung mit ihm abgesprochen hätten. Ihm sei lediglich in einem fünfminütigen Gespräch mitgeteilt worden, dass er ab sofort freigestellt sei.

Eine neue Praxis in Liestal

Seine Funktion als Dekan der Universität Basel behält Thomas Gasser bis Ende Juli, so wie es ursprünglich geplant war. Danach eröffnet er die Urologie-Praxis Kirschgarten in Basel, die er dem Kantonsspital abgekauft hat.

Was bisher nicht bekannt war: Thomas Gasser und sein bisheriger Stellvertreter Patrick Maurer eröffnen überdies am Bahnhof Liestal eine Urologie-Praxis; also in räumlicher Nachbarschaft des Kantonsspitals Liestal. Mit dieser Praxis könnten die beiden Chefärzte ihrem bisherigen Arbeitgeber Patienten abwerben.

(Regionaljournal Basel, 6:32 Uhr)

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