Elisabeth Ackermann und Lorenz Nägelin im Streitgespräch

Basel steht vor einer Richtungs-Wahl: Im Oktober entscheidet sich, ob rot-grün die Regierungsmehrheit behält oder ob es den Bürgerlichen gelingt, einen vierten Sitz zu holen. Elisabeth Ackermann (Grünes Bündnis) und Lorenz Nägelin (SVP) kreuzen im Regionaljournal Basel die Klingen.

Eine Frau und ein Mann

Bildlegende: Elisabeth Ackermann und Lorenz Nägelin im SRF Studio. SRF, Juri Schmidhauser

«Die Bürgerlichen haben mit der SVP eine Partei ins Boot geholt, welche Basel schadet», ist Elisabeth Ackermann überzeugt. So habe der SVP-Kandidat Lorenz Nägelin zum Beispiel die Masseneinwanderungsinitiative unterstützt, und er befürworte auch die jüngste Initiative der SVP, die sogenannte Selbstbestimmungsinitiative. Lorenz Nägelin sei deshalb schlicht nicht regierungsfähig, so Ackermann. Dass die SVP im Basler Parlament die zweitgrösste Partei ist, spiele dabei keine Rolle.

«Das ist unsachlich und schlicht erfunden», erwidert Lorenz Nägelin den Vorwurf, dass er die Politik der nationalen SVP eins zu eins mittrage. «Elisabeth Ackermann macht es sich zu einfach.» Er habe sich noch gar nie dazu geäussert, wie er zu der Selbstbestimmungsinitative stehe.

Tatsächlich will sich Nägelin auch auf Nachfrage nicht festlegen. Es dauere ja noch lange, bis die Initiative tatsächlich vors Volk komme. Er sei kein Parteisoldat, sondern in erster Linie ein Bürgerlicher. Auch auf die Frage, wie die Masseneinwanderungsinitative umgesetzt werden solle, ohne der Basler Wirtschaft zu schaden, will Nägelin keine Antwort geben.

Nägelin wiederum wirft Elisabeth Ackermann vor, dass sie nicht glaubwürdig sei, da sie sich bei der Unternehmenssteuerreform III von ihrer eigenen Partei distanziere. «Sie tut dies nur, weil Wahlkampf ist.» Angriffig geben sich beide auch beim Thema Steuerpolitik. «Der Mittelstand wird geschröpft, die Familien verlassen den Kanton», so Nägelin. Ackermann wehrt sich: «Es gab in Basel-Stadt unter der Führung von rot-grün zwei Steuerpakete, welche den Mittelstand entlastet haben.»

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)