Emotionale Diskussion im Landrat um Handschlag-Dispens

Der Fall von zwei Schülern aus Therwil, die ihrer Lehrerin aus religiösen Gründen die Hand nicht geben wollten, hat im Landrat zu heftigen Diskussionen geführt. Nachdem die Bildungsdirektorin Stellung nahm, entflammte eine Diskussion über die Grundwerte.

Zwei Hände, die sich zur Begrüssung drücken.

Bildlegende: Die Landräte kritisieren, dass zwei muslimische Schüler ihrer Lehrerin den Handgruss verweigern dürfen (Symbolbild) Colourbox

Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind nutzte die Landratssitzung für eine ausführliche Stellungnahme. Als sie das erste Mal von der Handschlag-Dispens gehört habe, sei ihr erster Gedanke gewesen: «So geht es nicht.». Und weiter: «Es macht mich wütend, dass es an unserer Schule solche Schwierigkeiten gibt.»

Trotzdem verteidigte die Bildungsdirektorin den Schritt der Schulleitung. Diese hatte beschlossen, dass die beiden Schüler den Handgruss vorerst verweigern dürfen, und nur mündlich grüssen müssen. Gschwind hat ein rechtliches Gutachten in Auftrag gegeben, das prüfen soll, wie man in einem solchen Fall reagieren muss. Bis Ende Monat soll das Gutachten fertig sein.

Für diesen Entscheid musste die Bildungsdirektorin viel Kritik einstecken. Auch von SVP-Präsident Oskar Kämpfer: «Wenn die Grundwerte unserer Kultur verinnerlicht wären, bräuchte es auch kein Gutachten».

Grundsatzdebatte über Grundwerte

Pascal Ryff von der CVP forderte von der Bildungsdirektorin klare Regeln und meinte: «Haben wir den Mut, zu unseren Grundwerten zu stehen?». Und der freisinnige Marc Schinzel warnte: «Wenn wir es nicht schaffen, fundamentalistischen Ideologien entgegenzutreten, haben wir ein Problem».