Endstation für BVB-Direktor Jürg Baumgartner

Nach dem Abtritt des Verwaltungsratspräsidenten Martin Gudenrath, nimmt auch der Direktor der BVB den Hut. Er zieht damit die Konsequenzen aus den anhaltenden Diskussionen um seine Person. Überraschend kommt der Rücktritt nicht.

Jürg Baumgartner, bei einer Rede zum 8er-Tram.

Bildlegende: Wollte BVB in die Championsleague der Verkehrsbetriebe bringen: Jürg Baumgartner. Keystone

Es seien massive Anschuldigen da, die es ihm verunmöglichten, auf dem Posten weiterzuarbeiten. So wird der abtretende BVB-Direktor Jürg Baumgartner in der Medienmitteilung der BVB zitiert. Mit seinem Rücktritt wolle er den Diskussionen um seine Person ein Ende setzen, heisst es weiter.

Baumgartner in ungemütlicher Lage

Seit Anfang Woche war die Lage für Baumgartner zunehmend ungemütlich geworden. Die BVB veröffentlichten einzelne Punkte aus einem Bericht der Basler Finanzkontrolle. Der gravierendste Vorwurf: Auf der Leitungsebene des Unternehmens sei vereinzelt das Gesetz nicht eingehalten worden, zum Beispiel in Zusammenhang mit den Spesen von Jürg Baumgartner.

Kein überraschender Rücktritt

Paul Blumental, der neu gewählte Präsident des Verwaltungsrats, hatte zwar betont, dass er an Baumgartner festhalten wolle. Trotzdem kommt Baumgartners Rücktritt nicht völlig überraschend. Denn der neue Verwaltungsrats-Präsident betonte bei jeder Gelegenheit, dass der Direktor fortan unter strenger Beobachtung stehe.

Kaum im Amt, muss nun also der neue Verwaltungsratspräsident Blumental einen neuen Direktor oder eine neue Direktorin für die BVB suchen.

Fragen stellen muss sich auch der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels, der am Dienstag zur BVB-Affäre Stellung genommen hatte. Der grüne Grossrat und ehemalige BVB-Verwaltungsrat Michael Wüthrich wirft Wessels vor, er habe teilweise irreführend informiert, als er einzelne Auszüge aus dem Bericht der Finanzkontrolle öffentlich gemacht hat.