Ersatzbus auf Bruderholz kommt für BVB nicht in Frage

Fahrgäste der Tramlinien 15 und 16 sowie Bewohner des Bruderholzquartiers kritisieren fehlende Ersatzbusse und die Kommunikationspolitik der Basler Verkehrsbetriebe im Zusammenhang mit den Gleiserneuerungsarbeiten auf dem Bruderholz. Die BVB reagieren nun aber nur mit leichten Anpassungen.

Bauarbeiter stehen vor offenem Tramgleis

Bildlegende: Die Bauarbeiten an den Tramschienen auf dem Bruderholz verärgern die Bewohner. Keystone

Der neutrale Quartierverein ist nicht einverstanden mit der Baustellenpolitik der Basler Verkehrsbetriebe. Während den Bauarbeiten an den Geleisen fehle ein Ersatzbus, so einer der Vorwürfe.

Die BVB wehrt sich

Die BVB reagiert nun auf die Kritik. Die Gleiserneuerung sei dringen nötig: «Im Vorfeld der Bauarbeiten haben wir den Einsatz einer Ersatzbuslinie geprüft», sagt Sprecherin Dagmar Jenny. Aber: «Ein Ersatzbus würde mehr Nachteile als Vorteile bringen», argumentiert Jenny.

Ein Nachteil - laut BVB - sei, dass der Bus nicht alle Stationen anfahren könnte und vor allem eine grosse Schule am Jakobsberg nicht bedient würde. Zudem müsste ein Ersatzbus via komplizierte Linienführung durchs Quartier führen und würde eine zu grossen Lärmbelastung mit sich bringen. Dagmar Jenny zeigt sich überzeugt, dass der Verzicht auf einen Ersatzbus richtig sei und verweist darauf, dass auch kaum Reklamationen wegen des fehlenden Ersatzbusses eingegangen seien.

Pausenhalt an Aeschenplatz verschoben

Deutlich mehr Reaktionen habe es wegen des Pausenhalts auf dem Bruderholz gegeben: Warten und Umsteigen sei mühsam. Darum habe man dies nun angepasst. Auf dem Bruderholz fährt die Linie 15 durch. Allerdings legen die Tramführerinnen und -führer nun am Aeschenplatz einen Pausenhalt ein - zum Ärgernis für Passagiere, die aufs Bruderholz fahren möchten.

Keine Anpassung der Kommunikation

Besonders deutliche Kritik müssen die BVB wegen der Kommunikation einstecken. Die wechselnden Linienführungen im Verlauf der halbjährigen Bautätigkeit würden schlecht kommuniziert - sei es in Flugblättern oder an den Haltestellen. «Es ist eine Zumutung» bringt Conradin Jauslin, Präsident des Neutralen Quartiervereins Bruderholz seine Meinung auf den Punkt.

Doch auch daran soll nichts geändert werden. Es sei halt eine komplizierte Baustellensituation, wirbt Jenny um Verständnis, darum könne die Information nicht einfacher ausfallen. Immerhin sei man sich des Problems bewusst, dass es für Passagiere, die nur selten aufs Bruderholz fahren, mühsam sein könnte. Darum prüfe man, ob in den 15er und 16er Trams mit Durchsagen auf die geänderten Linienführung aufmerksam gemacht werde.