Streit um Etikette Etappensieg für Winzer aus dem Leimental

Wenn Reben im grenznahen Ausland wachsen, muss der Produzent auf Qualitätsbeschreibung auf den Weinetiketten verzichten. Dieses Bundesrecht setzt nun das zuständige Baselbieter Amt in Biel-Benken um. Der betroffene Landwirt wehrt sich vor Kantonsgericht und erzielt dort einen ersten Sieg.

Eine Flasche steht neben einem Glas.

Bildlegende: Grenzgänger, bald schon nur Fusel? SRF

Seit Mitte des 17. Jahrhunderts existiert der Hof bereits, den Christian Jäggi bewirtschaftet. Neben der Viehwirtschaft ist der Rebbau das zweite wichtige Standbein. Seine Weine haben bei Wettbewerben verschiedene Preise gewonnen.

Christian Jäggi sitzt vor einem Glas Weisswein, die Flasche steht neben dme Glas auf dem Tisch.

Bildlegende: Christian Jäggi: Bin enttäuscht von den Behörden! SRF

Da Jäggi seinen Rebberg aber in Leymen hat, die Trauben dann in der Schweiz gekeltert werden, gibt es strenge Vorschriften, was auf der Etikette stehen müsste. Die Etiketten von Jäggis Rotweinen tragen den Jahrgang, die Sorte und den Wachstumsort. Dies gehe nicht, sagt nun das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ALV des Kantons Baselland. Das kantonale Amt reagiert damit auf Intervention vom Bund.

Kantonsgericht schreitet ein

Geht es nach dem Amt, so müsste auf der Etikette stehen: Rotwein hergestellt in der Schweiz aus französischen Trauben. Gegen eine solche Vorschrift wehrt sich nun Christian Jäggi, Winzer in Biel-Benken. Müsste er seinen prämierten Wein so anschreiben, so würde die Qualität des Weines nicht mehr ersichtlich. «So schreibt man Fusel an, nicht ein veredeltes Produkt.»

«  So schreibt man Fusel an, nicht ein veredeltes Produkt. »

Christian Jäggi
Weinproduzent, Biel-Benken

Im Streit mit dem Amt hat sich nun das Kantonsgericht eingeschaltet. Es hält fest, dass Christian Jäggi das rechtliche Gehör gewährt werden muss. So wird es ihm möglich, seinen Standpunkt bei den Behörden überhaupt zu vertreten.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)