Expats wollen Basler Kinderkrippe «Kindernäscht» retten.

Im «Basler Kindernäscht» können Eltern ihre Kinder in der Basler Innenstadt stundenweise betreuen lassen. Das «Kindernäscht» steht aber vor der Schliessung. Mit einer Petition wollen nun Eltern diese Betreuungsstätte retten.

Ein Mädchen sitzt auf einer gelben Rutschbahn, die Mutter steht daneben und liest eine Peitition.

Bildlegende: Tiffany Melancon will Kindernäscht retten Mit einer Petition will Tiffany Malancon das Basler «Kindernäscht» retten. SRF

 Eine Gruppe von in Basel wohnhaften Expats setzen sich für das Basler „Kindernäscht“ ein. Sie lancierten eine Online-Petition, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Nachdem ihr Hauptsponsor abgesprungen ist, hat die Kinderkrippe grosse finanzielle Probleme und steht vor dem Aus.

 Neuer Sponsor gesucht

Zehn Jahre wurde das Basler „Kindernäscht“ von der Basler Krankenversicherung Sympany finanziell unterstützt. Auf dieses Jahr zog sich diese aber als Sponsor zurück und stellt die Kinderkrippe vor finanzielle Probleme. „Wenn wir keinen neuen Hauptsponsor finden, müssen wir schliessen. Leider ist es aber schwierig einen neuen Geldgeber zu finden.“, sagt die Leiterin des „Kindernäschts“ Letizia Marioni.Rund 50‘000 Franken fehlen der Krippe pro Jahr.

Online-Petition

Das „Kindernäscht“ ist bei Expats wegen ihrem Modell der stundenweisen Betreuung sehr beliebt. Eine Gruppe rund um die Amerikanerin Tiffany Melancon hat deshalb eine Online-Petition lanciert und möchte so der Kinderstätte helfen. „Mit den Unterschriften wollen wir darauf aufmerksam machen, wie beliebt und wichtig die Krippe ist. Wir hoffen so, einen neuen Hauptsponsor zu finden.“, sagt die Mutter von zwei Töchtern, Tiffany Melancon. Zuerst habe sich die Gruppe Expats überlegt, dass „Kindernäscht“ direkt finanziell zu unterstützen, erzählt Tiffany Melancon. „Wir haben aber schnell gemerkt, dass die Krippe jedes Jahr Geld braucht. Und das kann nur ein grosser Sponsor leisten.“

Jedes Jahr rund 50‘000 Franken, das war dann auch für die meist gut betuchten Expats zu viel. Damit war die Idee der Online-Petition geboren.

250 Unterschriften

Das „Kindernäscht“ ist finanziell auf die Unterstützung von privaten Sponsoren angewiesen. Alleine vom Ertrag aus dem Kinder hüten, könnte sich die Krippe nicht finanzieren. Auf Unterstützung durch den Kanton hofft das „Kindernäscht“ vergeblich, weil es keine klassische Krippe ist und deshalb kein Anrecht auf Subventionen hat. Auf der Online Petition sind in einem Monat rund 250 Unterschriften und über 100 Kommentare zusammen gekommen. Tiffany Melancon will noch weitere Unterschriften sammeln, um dann später damit potentielle Sponsoren, um Unterstützung zu bitten.

Bei Expats beliebt

 Das Konzept des Basler „Kindernäschts“ ist in der Region einmalig. Eltern können ihre Kinder im Alter von 2 bis 12 Jahren spontan in der Krippe abgeben, ohne dies vorher angemeldet zu haben. Die Sprösslinge werden in der Krippe in der Basler Innenstadt stundenweise versorgt. Dieses Modell ist auch bei Expats sehr beliebt. Tiffany Melancon ist von den USA in die Schweiz gezogen und erklärt warum das „Kindernäscht“ für sie so praktisch ist. „Expats haben hier oft keine Familien, Grosseltern oder Tanten und Onkel, die spontan auf unsere Kinder aufpassen können.“ Das flexible Modell biete die Möglichkeit, auch mal spontan einen Termin wahrzunehmen oder auch einfach mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken.