Fahrende geraten in Konflikt mit Naturschutz und verlassen Basel

Während Wochen standen auf dem ehemaligen Rangierbahnhof der Deutschen Bahn im Norden Basels drei Wohnwagen von Fahrenden. Weil auf dem Areal seltene Pflanzen und Tiere wachsen und leben, ist für Pro Natura klar: Die Fahrenden müssen wieder weg. Am Dienstag haben sie das Gelände verlassen.

Umstrittener Standort: Fahrende haben ihre Wohnwagen auf einem sensiblen Stück Natur parkiert.

Bildlegende: Umstrittener Standort: Fahrende haben ihre Wohnwagen auf einem sensiblen Stück Natur parkiert. Sedrik Eichkorn/SRF

Bis Ende 2015 standen die Wohnwagen der Fahrenden am Rhein in der Nähe vom Hafen. Doch der Kanton löste den Standplatz auf. Andreas Geringer ist einer der Fahrenden, der vom Rhein weg musste und sich vor drei Wochen auf der Wiese beim ehemaligen Rangierbahnhof niedergelassen hat: «Wir haben das Areal ausgesucht, weil wir dachten, wir stören hier niemanden», sagt Geringer. Doch er hat sich getäuscht.

Pro Natura stört sich sehr daran, dass neben Andreas Geringers Wohnwagen noch zwei andere Wohnwagen auf der 2,3 Hektar grossen Wiese stehen. Die Wiese ist nämlich keine gewöhnliche Wiese. Auf der Wiese wachsen seltene Pflanzen und es leben seltene Tiere. Sie ist darum im Naturinventar des Kantons Basel-Stadt. Das heisst: Die Wiese ist ein Naturobjekt von nationaler Bedeutung. «Die Fahrenden zertreten die Pflanzen und Tiere», sagt Thomas Schwarze von Pro Natura. Er verlangt deshalb, dass die Fahrenden so schnell wie möglich die Wiese verlassen.

Parken ohne Bewilligung

Die Fahrenden kamen vor drei Wochen auf die besagte Wiese. «Eine Bewilligung vom Kanton haben wir nicht», sagt Andreas Geringer. Ihm sei auch nicht bewusst gewesen, dass es sich bei dieser Wiese um eine schützenswerte Wiese handle. Am Dienstag zogen er und seine Begleiter weg, ins Baselbiet. Gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung» begründete Geringer den Abzug damit, dass man nicht habe «Trötzeln» wollen und interessiert sei an einer guten Zusammenarbeit mit der Basler Regierung.