Frauenfussball FC Neunkirch: Ein Dorfverein gegen die Grossen der Szene

In der Schweizer Fussballszene ist der FC Basel das Mass aller Dinge – zumindest wenn es um die Männer geht. Im Frauenfussball mischt der FC Neunkirch, ein Schaffhauser Dorfverein, die Nationalliga A auf. Die Unterschiede zum FC Basel könnten grösser nicht sein.

Mannschaft stimmt sich im Kreis auf das Spiel ein.

Bildlegende: Frauenmannschaft des FC kurz vor dem Spiel mit dem FC Neunkirch. zVg

Der FC Neunkirch ist der Aufsteiger im Schweizer Frauenfussball. Der Verein aus der 2000-Seelen-Gemeinde im Kanton Schaffhausen führt die Tabelle der Nationalliga A zweifellos an. Bis zu diesem Wochenende und dem damit verbundenen Spitzenkampf gegen die Frauen des FC Basel hatten die Neunkircher noch kein einziges Mal verloren. Auch im Spiel gegen Basel konnten die Schaffhauserinnen eine Niederlage abwehren – am Samstagabend resultierte ein 0:0.

Grosse Unterschiede zu grossen Clubs

Auch wenn sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe begegnen, neben dem Platz sind die Unterschiede riesig. Während die Baslerinnen für ihre Trainings und Meisterschaftsspiele auf eine optimale Infrastruktur zurückgreifen können, können die Schaffhauserinnen ihre Heimspiele «auswärts» auf Sportplätzen der Stadt Schaffhausen austragen. Trainiert wird manchmal sogar in Deutschland, weil in Neunkirch noch kein Kunstrasenfeld vorhanden ist. Neidisch ist man beim FC Neunkirch auf die grossen Klubs wie den FC Basel oder den FC Zürich aber nicht: «Vielleicht ist gerade unsere spezielle Situation das Erfolgsrezept», sagt Beat Stolz, Sportchef des Vereins.

Erster Meistertitel in Reichweite

So führt der FC Neunkirch die Tabelle an und strebt dem ersten Meistertitel entgegen. Einen Titel, den auch die Baslerinnen in den nächsten Jahren gewinnen wollen. Dies auch dank eigenem Spielerinnen-Nachwuchs: «Wir haben in den letzten Jahren viel in unsere Frauenabteilung investiert», sagt Benno Kaiser, beim FCB für den Frauenfussball verantwortlich.