Zum Inhalt springen

Frühfranzösisch Fahrplan für Baselbieter Ausstieg aus Passepartout steht

Frühestens im Schuljahr 2020/21 ist Schluss mit den umstrittenen Lehrmitteln für den Französisch- und Englisch-Unterricht in der Primarschule.

In den Baselbieter Schulen ändert sich in den kommenden zwei Jahren zunächst einmal gar nichts. Die Lehrerinne und Lehrer unterrichten weiterhin mit den umstrittenen Frühfranzösisch- und Frühenglisch-Lehrmitteln. Der Ausstieg aus Passepartout könne nicht von heute auf morgen erfolgen, erklärt Beat Lüthy, Leiter des Amts für Volksschulen: «Ein schneller Ausstieg wäre nicht seriös.»

Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist der Ausstieg aus Passepartout, den der Landrat beschlossen hat, noch nicht definitiv. Die Regierung muss nun eine Vorlage ausarbeiten, über die der Landrat und allenfalls auch noch das Stimmvolk befindet. Und zweitens kann der Kanton auch nicht einfach neue Lehrmittel aus der Schublade ziehen. Für die 3. und 4. Primarschul-Klasse gibt es in der Schweiz kein anderes Französisch-Lehrmittel als das kritisierte «Mille Feuilles»

Lehrmittelfreiheit als mögliche Alternative

Darum gibt sich der Kanton nun Zeit zu evaluieren, welche Lehrmittel künftig eingesetzt werden. Denkbar ist, dass nur noch Lernziele vorgegeben werden und Lehrmittel-Freiheit postuliert wird. So könnten einzelne Lehrkräfte auch weiterhin die Passepartout-Lehrmittel einsetzen.

Wahlfreiheit ist besser als ein Verbot der Passepartout-Lehrmittel.
Autor: Rolf KnechtliVizepräsident Bildungsrat Baselland

Die Lehrmittel bestimmt in Baselland der Bildungsrat. Dessen Vizepräsident Rolf Knechtli hält Lehrmittel-Freiheit für eine gute Option. «Besser jedenfalls als ein Verbot der Passepartout-Lehrmittel, wie es im Beschluss des Landrats gefordert wird.»

Grundsätzlich habe auch er nichts gegen Lehrmittel-Freiheit einzuwenden, sagt Passepartout-Kritiker Philipp Loretz vom Lehrerverein Baselland. «Man muss im Lehrplan klare Stoffziele festlegen. Wenn das Ziele sind, die sich an einer international anerkannten Didaktik orientieren, dann ist die logische Folge, dass Lehrpersonen sich für Lehrmittel entscheiden, die den Weg zu den Zielen erleichtern.» Passepartout-Kritiker zweifeln jedoch daran, dass man mit den Lehrmitteln die Ziele erreicht.

Passepartout

Das Fremdsprachenkonzept «Passepartout» sieht Französisch ab der 3. und Englisch ab der 5. Klasse vor. Es wurde 2011 von 6 Kantonen eingeführt, darunter BL und BS. Im Februar beschloss der Baselbieter Landrat den Ausstieg. Der definitive Entscheid fällt wahrscheinlich zuletzt durch eine Volksabstimmung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Wir in Frankreich im Urlaub. Ich zur Tochter: Lauf rüber, und hol beim Bäcker ein Brot. Sie: " ich kann es nicht". Ich: "was nicht. Du hast bereits fünf Jahre Französisch". Sie frustiert: "Ich weiss nicht, was ich sagen muss, keine Ahnung, tut mir leid". Sie ist Klassenbeste in Französisch, wohlbemerkt (!) und kann nicht einen einzigen praxisnahen Satz bilden. Wollt ihr das den Kindern wirklich noch weitere zwei Jahre antun? Stoppt dieses miserabelste Lehrmittel aller Zeiten. Und zwar sofort.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen