Gefängnis Bässlergut in Basel wird ausgebaut

Der Grosse Rat will im Gefängnis Bässlergut nahe der Landesgrenze beim Badischen Bahnhof fast 80 weitere Haftplätze schaffen. Das Projekt fand im Rat breite Zustimmung. Allerdings äusserten mehrere Ratsmitglieder ihre Besorgnis wegen der steigenden Anzahl der Haftstrafen.

Stacheldrahtzaun

Bildlegende: Künftig sollen im Gefängnis Bässlergut Platz für weitere 80 Häftlinge sein. Juri Weiss

Der Gefängnisausbau beim Bässlergut an der Freiburgerstrasse nahe der Landesgrenze zu Deutschland war im Kantonsparlament nicht umstritten. Zu reden gab einzig die Tatsache, dass der Neubau überhaupt nötig wird, weil die Anzahl der Haftstrafen im Kanton in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.

«  Die Haftbedingungen im Waaghof sind nicht mehr zumutbar. »

Tanja Soland
SP-Grossrätin

So meinte etwa der Grossrat von Grünem Bündnis/Basta Thomas Grossenbacher zum Thema: «Die Entwicklung ist im Vergleich zu den Zahlen anderer Kantone besorgniserregend.» Die Grenzlage allein erkläre den markanten Unterschied nicht, fand er.

Die Präsidentin der Justiz- und Sicherheitskommission, Tanja Soland (SP), äusserte ebenfalls ihr Unbehagen. Aber wenn man keine weiteren Gefängnisplätze baue, sei auch niemandem gedient: «Die Strafen werden dadurch ja schliesslich nicht weniger. Und die gegenwärtigen Bedingungen in der U-Haft im Waaghof sind wirklich nicht mehr zumutbar.»

Baulich hatte der Grosse Rat am Projekt nichts auszusetzen und nahm es mit 89 zu 2 Stimmen klar an. Ab Ende 2016 soll gebaut werden.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)