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Basel Baselland Gesponserte Pfarrer, bezahlte Priester

Ungefähr ein Drittel der Basler Pfarrlöhne der Reformierten Kirche Basel-Stadt wird über private Sponsoren finanziert. Die Kirchensteuern alleine reichen nicht mehr aus. «Dank» dem Priestermangel sehen die Lohnkosten bei den Katholiken besser aus, auf Sponsoren sind sie nicht angewiesen.

Luftaufnahme Elisabethenkirche
Legende: Blick auf die Elisabethenkirche. Auch hier wird der Pfarr-Lohn auf ungewöhnliche Art und Weise finanziert. Juri Weiss

Die Kirchensteuern der rund 31‘000 Mitgliedern der Reformierten Kirche Basel-Stadt reichen nicht, um die Löhne für die Pfarrer und Pfarrerinnen zu decken. Deswegen wird ungefähr ein Drittel der Löhne durch privates Sponsoring bezahlt.

«Wir werden von Einzelpersonen, Vereinen und Stiftungen gesponsert, dadurch können wir die Pfarrstellen aufrecht erhalten», sagt die Kirchverwalterin Susi Labhart gegenüber dem «Regionaljournal Basel» auf SRF 1. Die meisten Sponsoren würden aber anonym bleiben wollen, ein Sponsor sei jedoch der Pharmakonzern Novartis.

Dieses Lohnmodell, welches teilweise von Sponsoren getragen wird, kennt die Katholische Kirche in Basel nicht. Sie kann ihre Priesterlöhne noch durch die Einnahmen der Kirchensteuern bezahlen. «Wir sind nicht auf Sponsoren angewiesen, dies hängt aber auch mit dem Priestermangel zusammen.

Kein Thema bei den Katholiken

«In Baselstadt kann man die Priester an einer Hand abzählen», erklärt Dominik Prétôt, Kirchenrat der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt. Während es also nur noch wenige katholische Priester hat in Basel, gibt es bei der evangelisch-reformierten Kirche 22 Pfarrerinnen und Pfarrer. Und die haben auch einen leicht höheren Lohn, als ihre katholischen Kollegen. Dies unter anderem weil keine Kinderzulagen bezahlt werden müssen.

Spontane Geldsammlung bei der Elisabethengemeinde

Aber auch mit Sponsoring können nicht alle Löhne bezahlt werden. Deswegen hat die Elisabethengemeinde nochmals ein anderes, auch ungewöhnliches Lohnmodell. «Die Pfarrstelle der Basel West Gemeinde war bedroht. Dann haben sich die Gemeindemitglieder dazu entschlossen, dass alle 50 Franken pro Monat bezahlen, so konnte der Lohn für die Pfarrerin bezahlt werden», sagt Susi Labhart.

Andere Dienstleistungen müsse allerdings trotz Sponsoring eingestellt werden, z.B. schliesst das AIDS-Pfarramt auf Ende Jahr. «Das tut uns sehr weh. Hier würden wir uns mehr Unterstützung durch den Kanton wünschen. Schliesslich stehen solche Pfarrämter allen Menschen, unabhängiger ihres Glaubens oder Nicht-Glaubens offen», bedauert Labhart.

Versträkte Sponsorensuche

Der Kanton beteiligt sich bei der Reformierten Kirche Basel-Stadt lediglich bei den Kosten für die Spital – und Gefängnisseelsorge. «In Zukunft müssen wir unsere Sponsorensuche noch verstärken, auch um die Einbussen zu kompensieren, die durch die Kirchenaustritte entstehen», prognostiziert Susi Labhart.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Dieter Wundrak, Frenkendorf
    Die Spatzen haben es schon lange von den Dächern gepfiffen. Wir leben heute in einer Gesellschaft, wenn der Pfarrer von der Kanzel die Wahrheit spricht, dann hagelt es schon von Kirchenaustritten. Und kein Wunder, dass es dann auch zu Lohnpredigern kommt. Der Pfarrer weiss zwar was richtig ist, nur traut er sich nicht betreffend Wahrheit etwas zu sagen. Entweder hat es dann noch weniger in der Kirche oder die Leute rächen sich, eben mit dem Kirchenaustritt. Darum auch Novartis. Staune nicht
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