Gewerkschaft Unia will mit Studie punkten

Der Abstimmungskampf um längere Ladenöffnungszeiten am Samstag läuft auf Hochtouren. Nun hat die Unia eine Studie präsentiert, die zeigen soll, dass 98,6 Prozent des Basler Verkaufspersonals gegen längere Ladenöffnungszeiten sei. Die Studie hält jedoch nicht was sie verspricht.

Ein Mann sitzt an einer Kasse und kassiert Geld ein

Bildlegende: Wie lange soll das Verkaufspersonal arbeiten müssen? Am 3. März stimmt Basel ab. Keystone

Die Studie könne eindeutiger nicht sein, verkündete die Unia am Donnerstag und betonte, dass die Studien-Ergebnisse die Befürworter der längeren Ladenöffnungszeiten zum Verstummen bringen sollten. 98,6 Prozent der Befragten seien gegen längere Ladenöffnungszeiten. Ein wuchtiges Ergebnis, das aber bei genauerem Hinschauen nicht ganz so eindrücklich ist.

So bleibt in der Medienmitteilung, welche die Unia am Donnerstag verschickte, offen, wie die Ergebnisse erhoben wurden, wer befragt wurde und wieviele Personen daran beteiligt waren. Auf Nachfrage erklärte Franziska Stier von der Unia, dass 143 Personen, die in Basel im Verkauf arbeiten und keinen GAV besitzen per Fragebogen befragt wurden. 143 Personen - das entspricht 1,4 Prozent des Basler Verkaufspersonals. Und von diesem kleinen Anteil ist knapp ein Drittel Unia-Mitglied.

Nicht repräsentativ

Die Unia sei sich bewusst, dass die Studie nicht repräsentativ ist, so Franziska Stier. «Dennoch gibt sie einen guten Überblick. Wenn in unserer Studie 98 Prozent dagegen sind, dann kann man davon ausgehen, dass es in der Realität auch 90 Prozent und mehr sind.» Dass die Studie nicht repräsentativ ist, hält die Gewerkschaft also nicht davon ab, sie trotzdem zu verallgemeinern.