Goldgräberstimmung im wilden Westen der Stadt Basel

In ihrer neuesten Produktion «Im Wilden Westen» rückt die TheaterFalle das sich im Aufbruch befindende Basler Quartier St. Johann in den Fokus. Die Entwicklung des Areals ist in realistischer Weise Teil des Theaterabends. Im Laufe des Stücks gleitet die Handlung aber auch in die Fiktion ab.

Szene in einem Westernsaloon

Bildlegende: Im Theaterstück «Im Wilden Westen» vermischen sich Film und Realität. zvg

Ein gut gelaunter und charmanter Heiner Galliker begrüsst das Publikum zum Theaterabend. Heiner Galliker hat das St. Johannareal aufgekauft und hat mit seiner Firma westlife grosse Pläne. Er möchte das Areal potenziellen Investoren vorstellen. Und dabei will er sich natürlich von seiner besten Seite zeigen.

Und so wird das Publikum schon in der ersten Minute Teil des Stücks. Heiner Galliker, gespielt von Heinz Margot, buhlt um dessen Wohlwollen und führt die Besucher in die Ateliers, die er an Künstler vermietet hat. «Denn Kunst ist die Hefe im Alltag. Und für westlife ist es eine Verpflichtung, dies zu pflegen», heuchelt er dazu.

Doch während das Publikum über das Areal geführt wird, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Da ist zum Beispiel der junge Schauspieler, der über Heiner Galliker herfährt und dessen kapitalistische Pläne verteufelt. Der junge Schauspieler ist Teil eines Filmprojekts, das auf dem Areal realisiert wird. Das Stück spielt in Amerika, im wilden Westen. Und zunehmend vermischen sich der wilde Westen aus dem Film und der wilde Westen von Basel miteinander. Der Zuschauer weiss zwischenzeitlich selbst nicht mehr, wo er sich befindet. Der öffentliche Raum, Theater und Neue Medien, beziehen sich gegenseitig aufeinander. Die Kulissen sind ebenso mobil und verschiebbar wie die Bühne, die Realitätsebenen und die Handlung.