Grenzen überschreitende Kunst im Kunstmuseum Basel

Die jüngste Ausstellung des Kunstmuseums Basel kennt keine Grenzen: weder Genre-Grenzen noch Epochen-Grenzen. Gezeigt wird vielmehr ein «crossover» ganz verschiedener Kunstrichtungen und -stile. Es handelt sich um über hundert Exponate der Privatsammlung von Richard und Ulla Dreyfus-Best.

Farbiger Totenschädel von Andy Warhol

Bildlegende: Totenschädel von Andy Warhol Kunstmuseum, Martin P. Bühler

Bereits der Titel der Sammlung spielt mit einem Gegensatz: Unter dem Namen «For Your Eyes Only», also «streng vertraulich» wird sie präsentiert und damit trotzdem einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Gezeigt wird bis zum 4. Januar 2015 die Privatsammlung von Ulla Dreyfus-Best, die sie gemeinsam mit ihrem Mann aufbaute und später alleine weiterführte. Viele Werke aus der Sammlung waren zwar bereits weltweit auf auf bedeutenden Ausstellungen zu sehen, jedoch noch nie gemeinsam. Somit spielt der Titel der Ausstellung, «For Your Eyes Only» auch auf den exklusiven Charakter dieser Gesamtpräsentation an. Denn zum ersten und wohl auch einzigen Mal kann ein breites Publikum das Zusammenspiel der Werke erleben.

Gegensätze und Bauchentscheide

Dieses Zusammenspiel wird in spannenden Gegensätzen inszeniert. Die Ausstellung stehe exemplarisch für die heutige Wahrnehmung der Kunst: die Kunst als Ganzes und Simultanes, heisst es von Seiten des Kunstmuseums: «So findet sich ein seltener Püsterich aus dem 12. Jahrhundert neben Kuriositäten der Natur; profane Artefakte kontrastieren mit Arbeiten der Ars erotica und Ars religiosa; Meisterzeichnungen des Barocks harmonieren mit surrealistischen Gemälden, manieristische Fantasiestücke mit symbolistischen Werken».

Ulla Dreyfus-Best, studierte Kunsthistorikerin, erklärt, was die Werke der Sammlung verbinde, sei «Leidenschaft». Damit bekennt sie, dass auch Bauchentscheide zum Kauf eines Werkes führen.

Wie viele Werke aus der Privatsammlung von Ulla Dreyfus-Best auch nach der Ausstellung im Kunstmuseum bleiben, ist noch offen. Die Sammlerin hat bereits zwei Werke dem Kunstmuseum geschenkt und ein weiteres Werk der Fondation Beyeler. Allenfalls würden weitere Werke folgen. Grundsätzlich hält sie fest: Kunst brauche Öffentlichkeit, dies belegt die Sammlerin auch mit ihrer Präsentation im Kunstmuseum.

«For Your Eyes Only - Eine Privatsammlung zwischen Manierismus und Surrealismus» ist vom 20. September 2014 bis zum 4. Januar 2015 im Kunstmuseum Basel zu sehen.