Zum Inhalt springen

Gundeli-Tunnel SP-Vorstoss wird aus den eigenen Reihen torpediert

Der Grosse Rat dürfte ein «Denkverbot» zum Gundeli-Tunnel ablehnen, SP-Abweichler könnten dabei den Ausschlag geben.

Seit bald 70 Jahren wird in Basel die Idee eines Autotunnels unter dem Gundeli-Quartier diskutiert. Nun droht dem Projekt jedoch endgültig das aus. Linke Politiker möchten den Tunnel für immer aus der politischen Agenda streichen. Die Regierung soll verpflichtet werden, sich gegen jegliche Tunnel-Bauten im Bereich Gundeli einzusetzen.

Nun zeigt sich jedoch, dass es ausgerechnet SP-Politiker sein könnten, welche den SP-Vorstoss zum Scheitern bringen. Nach der Fraktionssitzung vom Montagabend ist nämlich klar, dass es in der Partei Abweichler geben wird. Dies bestätigt SP-Fraktionspräsidentin Beatriz Greuter: «Es sind vor allem Grossrätinnen und Grossräte aus dem Gundeli und vom Bruderholz, die gegen die Überweisung der Motion sind.»

Diese Abweichler dürften in der kommenden Abstimmung den Unterschied ausmachen. Denn die Fronten sind grundsätzlich klar und verhärtet. Während sich die Bürgerlichen kein «Denkverbot» auferlegen lassen und den Gundeli-Tunnel in ein paar Jahren möglicherweise neu diskutieren wollen können, möchten die Linken das Projekt ein für alle Mal beerdigen. Weil die Mehrheitsverhältnisse im Grossen Rat praktisch ausgeglichen sind, kommt es in solchen Situationen auf jede Stimme an - und Abweichler geben den Ausschlag.

Wir wollen uns keine Optionen verbauen
Autor: Tim CuénodGrossrat SP

Einer dieser Abweichler ist Grossrat Tim Cuénod, der selber im Gundeli wohnt. Er wird sich bei der Abstimmung enthalten. «Wir wollen uns keine Optionen verbauen», sagt Cuénod. Sollte das Baselbiet eines Tages doch noch einen Verkehrstunnel unter Allschwil und Binningen hindurch bauen, dann bräuchte es als Anschluss einen Gundeli-Tunnel. «Ansonsten könnte das Quartier in einigen Jahren von einer Blechlawine überrollt werden.»

Dass sich der SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels in den letzten Wochen stark für den Gundeli-Tunnel eingesetzt hat, habe sicherlich einen Einfluss auf die Meinungsbildung innerhalb der Partei gehabt, sagt Cuénod. Entscheidend seien indes die Interessen der Quartierbevölkerung gewesen. «Das Risiko, dass das Gundeli eines Tages zwischen zwei Autobahnausfahrten liegen könnte, ist für uns zu gross.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.